Umsatzentwicklung im Online-Handel

E-Commerce-Wachstum voraus

Die Marktforscher von Ibi Research an der Universität Regensburg haben eine Prognose zur Entwicklung des Online-Handels in den nächsten Jahren vorgenommen. Die Umsätze wachsen demnach weiterhin rasant, aber nicht in den Himmel.

Der Anteil der Online-Umsätze am Einzelhandel soll demnach bis zum Jahr 2024 auf 17 Prozent ansteigen, wenn sich das „progressive Szenario“ der Untersuchung durchsetzt. Im „Basisszenario“ – also dem wahrscheinlicheren Fall – wird der E-Commerce-Anteil etwas moderater steigen und 2024 bei 15,0 Prozent liegen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 6,6 Prozent. Das „konservative Szenario“ geht von einem Anteil in Höhe von 12,5 Prozent aus. Im Vergleich zu den Prognosen der Vorjahre rechnen die Regensburger Experten also insgesamt mit einem etwas langsameren Wachstum der Umsätze im Online-Handel.

Stationärer Handel

Die Dynamik im E-Commerce ist vor diesem Hintergrund unverändert hoch. Die Umsätze im Online-Handel wuchsen zwischen 2010 und 2017 jährlich um durchschnittlich 18,1 Prozent – und das, obwohl die Umsätze des gesamten Einzelhandels, also inklusive des stationären Handels, im selben Zeitraum nur um 2,7 Prozent pro Jahr (preisbereinigt gar nur um 1,4 Prozent jährlich) zulegten. Diese relativ magere Entwicklung des (stationären) Handels geht vor allem zulasten der mittelständischen Fachhändler, so die Marktforscher. Deren Marktanteil hat sich von 2000 bis 2017 nahezu halbiert.

Langsameres Wachstum als bisher

Der Anteil des E-Commerce an den Einzelhandelsumsätzen betrug 2017 noch 9,6 Prozent. „Berücksichtigt man, dass im Lebensmitteleinzelhandel der Online-Verkauf in der Breite noch kaum eine Rolle spielt, ergibt sich für den restlichen Einzelhandel (ohne Lebensmittel) bereits heute ein Online-Anteil am Umsatz von rund 15 Prozent“, weiß Holger Seidenschwarz, Handelsexperte bei Ibi Research und für die Studie verantwortlich. Im Vergleich zu den Prognosen der Vorjahre wird aber ein langsamerer Anstieg erwartet. Im letzten Jahr etwa hatten die Forscher bereits für 2023 einen Anteil von 15,5 Prozent im Basisszenario erwartet. Dieser Wert wird nun voraussichtlich erst einige Zeit später erreicht. „Dennoch ist aus unserer Sicht noch kein Ende des Online-Booms absehbar“, so Seidenschwarz weiter.

Hintergrund der Studie

Mit der Studie „E-Commerce-Strategien für den mittelständischen Einzelhandel“ zeigt das Regensburger Forschungsinstitut seit Herbst 2014 im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums mittelständischen Einzelhändlern strategische Optionen im Umgang mit der Digitalisierung im Handel auf und gibt Handlungsempfehlungen. Im Rahmen der Studie wurde auch eine Prognose der Entwicklung des E-Commerce über fünf Jahre erstellt und seither jährlich aktualisiert.

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