Censuswide-Studie

Europäischen Mitarbeitern fehlt es an Datenkompetenz

In Zeiten der stürzenden Informationsflut sind dezidierte Kompetenzen gefragt. Daten richtig zu analysieren und zu interpretieren ist eine davon. Damit dann zu arbeiten und zu argumentieren, eine nächste. Eine Befragung von Censuswide ergab nun erhebliche Mängel bei der Datenkompetenz in Europa.

Im Rahmen seiner Data-Equality-Kampagne hat der Anbieter von Data Analytics Software Qlik eine Studie in Auftrag gegeben. Im Fokus stand die Datenkompetenz europäischer Mitarbeiter. Nur 17 Prozent gaben an, ihre Daten richtig zu lesen, analysieren und mit ihnen argumentieren zu können. Dies kann zur Folge haben, dass sich Mitarbeiter im Unternehmen gehemmt fühlen. Auf das große Ganze gedacht wird damit auch die Geschäftsentwicklung im Allgemeinen eingeschränkt. 65 Prozent der Befragten würden allerdings gerne ihre Kompetenzen rund um das Thema Datenanalyse aufbessern.

Kompetent und erfolgreich

Die Fähigkeiten, mit Daten umgehen zu können, können der Studie zufolge erheblich die Arbeitsleistung steigern. Hat man als Mitarbeiter das Gefühl, datenkompetent zu sein, wirkt sich das auf die gefühlte Arbeitsleistung aus. 76 Prozent schätzen sich datenkompetent ein und fühlen sich damit leistungsstark. Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Daten-Knowhows: erhöhte Glaubwürdigkeit. 70 Prozent der Befragten, die regelmäßig in ihrer Position Daten kompetent nutzen, geben an, auch glaubwürdiger bei ihren Kollegen anzukommen. Es verwundert also nicht, dass 65 Prozent der befragten Mitarbeiter ihre Fähigkeiten gern ausbauen würden. Die Hürde für Viele unter ihnen scheint der Arbeitgeber zu sein. Gerade einmal 23 Prozent sprechen von einer positiven und professionellen Datenkultur in ihrem Unternehmen. Hier wird der Mitarbeiter auch dazu gefördert. 43 Prozent hingegen wünschen sich mehr Förderung und bessere Ausstattung.

Für Robert Schmitz, General Manager Central & Eastern Europe bei Qlik, gehört die Datenkompetenz zur essentiellen Grundbildung: „Datenkompetenz ist inzwischen ebenso bedeutend wie Lesen und Schreiben. Daten verleihen Argumenten Gewicht und helfen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen. Das wird immer wichtiger, denn im Alltag haben wir es mit einer stets wachsenden Datenfülle zu tun – und es wird immer notwendiger, kompetent damit umzugehen. In Zeiten von Fake News und Datenmanipulation ist es entscheidend, Informationen profund und sauber zu verarbeiten, um Transparenz und Klarheit herzustellen.“

Zugang zu Daten

Die Diskrepanz der Datenverfügbarkeit zwischen ausführenden Mitarbeitern und Führungskräften ist enorm. Mit 85 Prozent ist der Mehrheit der Ersteren der Meinung, dass mehr Daten und besseres Datenverständnis dazu führen könnte, ihre Arbeit besser zu erledigen. Allerdings geben nur 49 Prozent an, auch angemessenen Zugriff auf relevante Daten zu haben. Führungskräften hingegen fehlt der Zugriff nur in seltenen Fällen. 79 Prozent haben die Möglichkeit, für sie relevante Daten einzusehen. Die optimale Nutzung der Daten trauen sich nur 24 Prozent der führenden Mitarbeiter zu. Ein weiteres Ergebnis der Studie kam zu dem Schluss, dass auch die Ausbildung nicht relevant ist. Ob im Ausbildungsberuf oder als Hochschulabsolvent: nur 10,1 bzw. 10,2 Prozent geben an, sich für die Datenflut kompetent zu fühlen.

Spitzenreiter in der Datenkompetenz sind die Spanier. Das Kompetenzgefühl verspürt hier ein Viertel. Auf Platz Zwei befindet sich Großbritannien (21 Prozent), Platz Drei belegt Schweden (15 Prozent). In Deutschland sind es gerade einmal 14 Prozent. Besonders bemerkenswert auf deutschem Boden: Nur zehn Prozent der Hochschulabsolventen würden sich als datenkompetent einschätzen. 83 Prozent der Führungskräfte geben an, ausreichenden Datenzugriff zu haben, nur 26 Prozent hingegen haben die entsprechenden Kompetenzen.

Über die Studie

Die Studie wurde von Qlik bei Censuswide in Auftrag gegeben. 5.291 Mitarbeiter in Unternehmen mit 50 oder mehr Angestellten und 271 C-Level-Manager wurde nach ihrer Datenkompetenz und ihrem Zugang zu Daten im Unternehmen befragt. Dabei kamen die Teilnehmer aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Schweden.

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