Mehr Datenschutz bei Mozilla Firefox

Firefox mit „Will not track“ statt „Do not track“

Mozilla will Einstellungen im Firefox-Browser so ändern, dass die gesamte Benutzerverfolgung auf Websites standardmäßig blockiert wird, ohne dass Anwender selbst das vorgeben müssen.

„In naher Zukunft wird Firefox standardmäßig Benutzer schützen, indem er das Tracking blockiert und gleichzeitig eine klare Reihe von Kontrollen bietet, um unseren Benutzern mehr Auswahl darüber zu geben, welche Informationen sie mit Websites teilen“, schrieb Mozilla VP der Produktstrategie Nick Nguyen.

Die Anpassung wird im September eine erste Testphase der Funktion durchlaufen. Wenn keine Probleme auftreten, wird Firefox Version 63 die Komponente enthalten, um einige Tracker (slow-loading trackers) sofort zu blockieren. Ab Firefox Version 65 will Mozilla, alle Standortübergreifenden Tracker standardmäßig blockieren.

Der Schritt bedeutet eine Anpassung durch Mozilla vom passiveren Do-not-track-Systems. Dieses setzt darauf, dass Webseiten die „Nicht verfolgen“-Anweisung eigenständig erkennen und ihre Tracker abschalten. Das neue, aktive System blockiert standardmäßig Tracking. Benutzer müssen in diesem Fall selbst tätig werden, wenn Tracker einer Website aktiv bleiben sollen. Benutzer haben auch die Möglichkeit, Tracker standardmäßig zu aktivieren, und Mozilla plant zudem auch Optionen langsam ladende Tracker oder Cookies von Drittanbietern automatisch zu blockieren.

Google Chrome, Microsoft Edge/IE und Apples Safari bieten ebenfalls eine Do-not-Track-Option für ihre Browser. Die geplanten Updates würden Firefox jedoch zum aggressivsten Browser machen, wenn es darum geht, Tracker zu vereiteln.

Blockieren nicht nur zum Wohl der User

Mozilla sagt, dass es bei der Entscheidung um mehr als nur um die Privatsphäre geht. Die Entwickler haben festgestellt, dass langsam ladende Tracker dafür verantwortlich sind, dass einige Seiten bis zu 50 Prozent mehr Zeit zum vollständigen Laden benötigen, als sie es sonst tun würden. Viele Tracker wenden außerdem trügerische Praktiken an, um mehr Informationen über Benutzer zu sammeln, als diese ahnen.

„Es geht um mehr als den Schutz der Benutzer“, sagt Nguyen, „es geht darum, ihnen eine Stimme zu geben. Einige Seiten werden weiterhin Benutzerdaten im Austausch für Inhalte wünschen. Aber jetzt müssen sie danach fragen.“

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Communications Group GmbH & Co. KG. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.