BITKOM-Studie

Freiberufler gewinnen für Unternehmen an Bedeutung

In Zeiten der Digitalisierung und des Fachkräftemangels sind IT-Fachkräfte gefragt, egal ob als feste Mitarbeiter in einem Unternehmen oder als Freiberufler.

Im Auftrag des Personaldienstleisters Etengo untersuchte der Digitalverbund BITKOM die Nachfrage nach IT-Freelancern im Markt. Demzufolge sagen sieben von zehn Unternehmen (70 Prozent), dass IT-Freiberufler für sie von großer Bedeutung sind. Jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) schätzt gar, dass die Bedeutung der Freelancer für die eigene Firma sehr groß ist.

„Die Zahl der unbesetzten Stellen für IT-Spezialisten hat die Marke von 50.000 Stellen übersprungen, Unternehmen aller Branchen suchen händeringend IT-Experten. Das sind gute Zeiten für IT-Freelancer, die in diesem Bereich tätig sind“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer BITKOM Research. Dem BITKOM zufolge greifen vor allem Unternehmen mit 1.000 bis 1.999 Mitarbeitern auf die Unterstützung von IT-Freelancern zurück.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Freiberufler auch in Zukunft nicht an Bedeutung für den IT-Handel verlieren werden. 51 Prozent aller befragten Unternehmen rechnen damit, dass Freiberufler im zweiten Halbjahr 2017 an Bedeutung dazugewinnen.

Diese Einschätzung wird aus dem Projektvolumen der Freelancer abgeleitet. Im Durchschnitt gehen 53 Prozent der Unternehmen davon aus, dass der Anteil, den Freiberufler an ihren Projekten stemmen, steigen wird. In den vergangenen sechs Monaten übernahmen diese ein Fünftel (20 Prozent) der Projekt-Arbeitsstunden. Für die kommenden sechs Monate erwarten die Unternehmen, dass im Schnitt ein Viertel des Projektvolumens (25 Prozent) von Freiberuflern bewältigt wird.

Schwierigkeiten bei der Suche

Bei der Beauftragung von IT-Freelancern gibt es auch Hürden. Unternehmen brauchen etwa viel Zeit und Ressourcen, bis ein passender Freiberufler im Projekt ist. So werden im Durchschnitt vier Termine mit verschiedenen Kandidaten benötigt bis der Richtige gefunden ist.

Vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) brauchen sogar fünf oder mehr Anläufe. Besonders schwierig wird es, wenn es nur wenige Kandidaten mit geeigneten Fähigkeiten und Kenntnissen gibt. Dieser Problematik sehen sich 59 Prozent der Unternehmen ausgesetzt. Und selbst wenn der geeignete Kandidat da ist, gibt es noch eine Reihe anderer Faktoren, welche die Beauftragung erschweren.

Die Budget-Prozesse und die ohnehin knappen Budgets stellen für zwei Drittel der Unternehmen eine Herausforderung dar (je 66 Prozent). Ebenfalls für zwei von drei Unternehmen (65 Prozent) ist die Verfügbarkeit des geeigneten Freiberuflers zum geplanten Projektstart eine Hürde.

Weiterhin muss etwa jedes zweite Unternehmen (57 Prozent) auf dem Weg der Freelancer-Beauftragung rechtliche Hürden beziehungsweise interne Compliance-Anforderungen überwinden. Auch auf Mitarbeiterseite gibt es Herausforderungen: So sagen vier von zehn Unternehmen (40 Prozent), dass die eigenen Festangestellten Schwierigkeiten haben, freiberuflich arbeitende Mitarbeiter zu akzeptieren.

Autor: Sarah Böttcher

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