Gebraucht-Software ist keine Hexerei

Software verschleißt nicht, und der Handel mit gebrauchter Software ist grundsätzlich erlaubt. Dennoch fassen viele das Thema nicht mal mit der Zange an. Gebrauchtsoftware-Händler haben jedoch inzwischen Prozesse implementiert, die rechtliche Unsicherheit aus dem Markt nehmen. Ein Überblick über die Professionalisierung eines Marktsegments.

Der Gebraucht-Software-Pionier UsedSoft planierte über den Rechtsweg mit wegweisenden Urteilen den Marktplatz für Gebraucht-Software. Obwohl die Rechtslage damit geklärt wurde, gibt es dennoch Unsicherheiten im Markt, die in erster Linie mit Geschäftspraktiken einiger schwarzer Schafe zu tun haben.

Nachdem die Rechtslage innerhalb der EU eigentlich keine Fragen mehr offen lässt, geht es hauptsächlich darum, inwieweit dem Gebraucht-Software-Händler oder -Distributor Vertrauen entgegen gebracht werden kann. Man kann das Pferd aber auch von hinten aufzäumen: In einem Marktumfeld, in dem Vertrauen vor jedem Verkauf steht, setzen die Akteure auf Kaufmannsehre, Transparenz und Prozesse, die sicherstellen sollen, dass den Kunden keine Probleme im Fall eines Software-Audits ins Haus stehen. Es ist Zeit für einen wohlwollenden Blick auf die Einkaufs- und Verkaufsprozesse im Gebraucht-Software-Handel.

Handelbare Lizenzen

Ein zentrales Element im seriösen Gebraucht-Software-Handel besteht darin, sicherzustellen, dass die Lizenzen rechtmäßig in Verkehr gebracht wurden.

Beispielsweise geht es hier darum, dass nicht entgegen der Lizenzbestimmungen die Software von außerhalb in den europäischen Rechtsraum „importiert“ wurde oder dass die Lizenzen nicht aus Programmen stammen, die den Nutzerkreis auf das universitäre Umfeld einschränken oder ähnliche Konstellationen.

Branchen-Altmeister UsedSoft legt hier eine grundsätzliche Herangehensweise vor und verkauft zu 100 Prozent Lizenzen aus Volumenlizenzverträgen. Es werden ausschließlich Lizenzen angekauft und wieder verkauft, „die die Vorbesitzer bei den Softwareherstellern oder bei einem Vertragshändler dieser Hersteller erworben haben“, heißt es aus dem Unternehmen. Das heißt auch, dass keine Lizenzen gehandelt werden, die die Vorbesitzer bereits gebraucht erworben haben. Der Grund dafür ist, dass so sichergestellt werden kann, dass diese Lizenzen rechtmäßig in Verkehr gebracht wurden, lässt UsedSoft wissen.

Autor: Dr. Stefan Riedl

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