Breach Level Index

Gemalto warnt vor schlechten Sicherheitsmaßnahmen

Laut dem aktuellen Bericht von Gemalto gab es in der ersten Jahreshälfte 2017 mehr Identitätsdiebstähle. Gekoppelt mit schlampigen internen Sicherheitsmaßnahmen kann dies deutliche Konsequenzen für Unternehmen haben.

Gemalto hat die neue Version seines Breach Level Index veröffentlicht. In der ersten Jahreshälfte von 2017 gab es demnach einen deutlichen Zuwachs bei digitalen Zwischenfällen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2017 918 Datenschutzverletzungen und 1,9 Milliarden entwendete Datensätze weltweit registriert. Im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2016 nahm die Anzahl verlorener, gestohlener oder gefährdeter Informationen damit um 164 Prozent zu. Ein großer Anteil davon entstand durch die 22 größten Datenschutzverletzungen, die jeweils mehr als eine Million gefährdete Datensätze umfassen. Bei mehr als 500 der 918 Datenschutzverletzungen (59 Prozent) sind die Anzahl der gefährdeten Datensätze unbekannt oder ungeklärt.

Der Breach Level Index ist eine weltweite Datenbank, die Datenschutzverletzungen verfolgt und den Schweregrad basierend auf mehreren Angaben berechnet. Hierzu werden unter anderem die Anzahl der gefährdeten Datensätze, die Art der Information, die Quelle der Datenschutzverletzung, der Einsatzzweck und der Einsatz von Verschlüsselung als Bewertungsfaktoren herangezogen. Indem jedem Incident ein Schweregrad zugeteilt wird, erstellt der Breach Level Index eine vergleichende Liste von Datenschutzverletzungen und Sicherheitsvorfällen mit Datenabfluss, die nicht so schwerwiegend waren gegenüber denen die großen Auswirkungen hatten.

Laut dem Breach Level Index wurden, seit der Index im Jahr 2013 mit dem Benchmarking öffentlich bekannter Datenschutzverletzungen begonnen wurde, mehr als 9 Milliarden Datensätze gefährdet. Während der ersten Jahreshälfte 2017 wurden täglich mehr als zehn Millionen Datensätze gefährdet oder preisgegeben, das sind 122 Datensätze pro Sekunde, darunter auch medizinische Daten, Kreditkartendaten und/oder Finanzdaten sowie personenbezogene Informationen. Dies ist besonders besorgniserregend, da weniger als 1 Prozent der gestohlenen oder gefährdeten Daten verschlüsselt waren, um die Informationen nutzlos zu machen; das stellt einen Rückgang von vier Prozent im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2016 dar.

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