Bitkom-Studie

Geschäftsmodelle im Wandel der Industrie 4.0

Die Industrie 4.0 zieht Veränderungen der Geschäftsmodelle mit sich. Der Digitalverband Bitkom hat dazu Unternehmen befragt, inwieweit sie ihre Geschäftsmodelle anpassen oder gar verwerfen müssen. Knapp 40 Prozent passen ihre Produkte und Dienstleistungen an.

Mit der voranschreitenden Digitalisierung und ihrer Entwicklungen, wie dem Internet of Things und Industrie 4.0, gehen gleichzeitig Veränderungen der Geschäftsmodelle einher. Der Digitalverband Bitkom hat zu diesem Thema eine repräsentative Befragung von 553 Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern durchgeführt.

39 Prozent der Nutzer und Planer von Industrie-4.0-Anwendungen gaben an, dass sie neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Für 18 Prozent haben die Entwicklungen der Industrie 4.0 zur Folge, dass sie bestehende Produkte und Dienstleistungen verändert haben oder dies planen. Für jedes fünfte Unternehmen (20 %) bedeutet die industrielle Revolution, ein Produkt vom Markt zu nehmen. 37 Prozent gaben an, dass für sie kein Einfluss auf das eigene Geschäftsmodell besteht beziehungsweise bestehen wird.

„Während beispielsweise für Hersteller eines Produkts früher der Auftrag endete, sobald das Produkt verkauft war und die Fabrik verlassen hatte, ist das hergestellte smarte Produkt heute auch Basis für neue Geschäftsmodelle“, kommentiert Sven Zehl, Referent Industrial Internet & IoT beim Bitkom. „Dank der gewonnenen Daten aus smarten Produkten können Hersteller dem Kunden neben dem Produkt als solches etwa auch individuelle, datenbasierte Dienstleistungen, so genannte Smart Services, anbieten.“

Arten der Geschäftsmodelle

Anschließend wurden die Unternehmen befragt, für welche Art von Geschäftsmodell die Unternehmen Produkte und Dienstleistungen weiter- beziehungsweise neu entwickeln. Jedes zehnte Unternehmen (9?%) setzt auf datenbasierte Geschäftsmodelle. Es verkauft demnach beispielsweise Produkt- und Produktionsdaten und bietet darauf aufbauend eigene neue Dienste an. So können Qualität und Handhabung des Produkts verbessert werden. 89 Prozent sind im Bereich plattformbasierter Geschäftsmodelle tätig. Sie erstellen eine digitale Plattform oder beteiligen sich an einer solchen. Diese kann dann für den Vertrieb von Produkten genutzt werden, aber auch Kunden und Lieferanten können sich dort vernetzen. 37 Prozent entwickeln Produkte und Dienstleistungen für Pay-per-Use-Modelle. Hier besteht kein fester Kaufpreis, sondern der Preis der Dienstleistung richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Kunden.

Autor: Sarah Nollau

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