Digitalsteuer

Großbritannien plant Digitalsteuer für Internetriesen

Anders als die EU macht Großbritannien nach dem Brexit in Sachen Digitalsteuer Nägel mit Köpfen: Ab 2020 sollen Tech-Riesen wie Apple, Google und Co. Steuern auf Umsätze zahlen, die auf britischem Boden erzielt werden. Die britische Regierung rechnet mit Millionenumsätzen.

In Großbritannien sollen Internetkonzerne nach dem Brexit eine Digitalsteuer abführen. Wie Finanzminister Philip Hammond am Montag in London mitteilte, solle ab April 2020 eine Steuer von zwei Prozent auf in Großbritannien erzielte Umsätze mit digitalen Diensten wie Werbung oder Streaming fällig sein. Die britische Regierung rechnet ab 2020 mit Einnahmen von rund 400 Millionen Pfund pro Jahr.

Mit der Einführung reagiert die britische Regierung auf die bislang sehr geringen Steuersätze für Internetkonzerne. „Es ist eindeutig nicht nachhaltig oder fair, dass digitale Plattformunternehmen in Großbritannien einen erheblichen Wert schaffen können, ohne hierfür Steuern zu zahlen", so Hammond.

Steuer trifft große Konzerne

Auf Twitter stellte das Ministerium klar, die Steuer betreffe keine Startups, sondern richte sich insbesondere an etablierte Tech-Riesen. Die Steuer gelte, so Hammond in seiner Haushaltsrede, nur für Unternehmen, die einen jährlichen globalen Umsatz von mehr als 500 Millionen Pfund haben und werde auf der Grundlage der Selbstveranlagung der Unternehmen erhoben.

Auch in der EU diskutierte man zuletzt die Einführung einer Digitalsteuer – bislang ohne Einigung. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, für Digitalfirmen mit einem weltweiten Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro sowie einem Online-Umsatz von 50 Millionen Euro in Europa drei Prozent Umsatzsteuer zu erheben.

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