Unsichere Passwörter, fehlende Updates

Häufige Schwachstellen in Firmennetzwerken

Wie gelangen digitale Angreifer in Firmen? Die meisten Attacken geschehen nicht mit Hilfe von ausgefeilten APT-Angriffskits, sondern nutzen lang bekannte Schwachstellen. Der Anbieter Blue Frost nennt häufige Schwachstellen.

Digitale Attacken sind für Firmen mehr oder weniger Alltag. Der Großteil der Angriffe sind dabei weder gezielt noch besonders ausgefeilt. Oft ist es fehlende IT-Sicherheit, die es Kriminellen besonders einfach macht.

Die Untersuchung von Blue Frost, einem Anbieter von IT-Sicherheitsanalysen, unterstreichen das. Zahlreiche Sicherheitsprobleme in Unternehmen entstehen dadurch, dass niemand die konkrete Verantwortung oder das notwendige Bewusstsein dafür besitzt, an welchen Stellen die bestehenden und kritischen Schwachstellen der IT-Infrastruktur liegen. Diese können so mehrere Jahre unbemerkt bleiben.

Im Laufe der Jahre wächst zudem in der Regel die IT-Infrastruktur. Das birgt Risiken, denn je heterogener eine IT-Landschaft ist, desto schwieriger ist es für alle Beteiligten, den Überblick über das Netzwerk zu behalten. Dies wird durch Industrie-4.0-Software- und -Hardware noch potenziert, da diese oft noch keinen Standards folgen.

„Viele Unternehmen messen dem Thema Netzwerksicherheit eine zu geringe Bedeutung bei. Sie wählen triviale Passwörter wie ‚Admin‘ oder einfache Zahlenkombinationen wie ‚1234‘. Hacker sind somit binnen weniger Minuten ins System eingedrungen. Befindet sich ein Angreifer erst einmal im Netz, so ist es möglich, dass er sich die Rechte zu eigen macht und die Handlungen eines Admins ausführen kann“, erklärt Vyacheslav Fadyushin, Senior IT-Security-Analyst der Blue Frost Security GmbH.

Schutz gegen Angreifer

Der Verteidiger eines Netzwerks muss stets einen vollständigen Überblick über alle Server, Clients und Dienste behalten, um sicherzustellen, dass keine Schwachstellen auftreten. Systeme, Dienste und verwendete Netzwerkprotokolle sollten daher regelmäßig mit Portscans und Netzwerksniffern inventarisiert werden.

Auch das WLAN birgt erhebliche Gefahren, da es nicht über den physikalischen Schutz einer Kabelverbindung verfügt. Ein Funknetz strahlt in der Regel deutlich über die Hausgrenzen hinaus – dies kann sich über mehrere Meter bis Kilometer erstrecken. Um potenziellen Angreifern die Möglichkeit zu nehmen, unbemerkt in Funkübertragungen einzutreten, ist ein sicheres Verschlüsselungsverfahren wie beispielsweise WPA2 unerlässlich.

Bei allen Vorsichtsmaßnahmen gilt jedoch: Netzwerke können nie vollständig geschützt werden. Immer wieder wird es Schwachstellen geben, durch die Außen- und Innentäter eindringen können. Gleichzeitig potenziert sich die Angriffsfläche durch den digitalen Wandel und die immer stärker vernetzten Systeme sowie unerprobte Lösungen um ein Vielfaches.

Im Bereich neuer Lösungen, wie beispielsweise Industrie 4.0-Anwendungen, können mittelfristig nur Standardisierungen seitens der Hersteller einen entscheidenden Sicherheitsbeitrag leisten. Hierauf sollten Unternehmen beim Einsatz achten – und nicht-standardisierte Lösungen im Idealfall von IT-Sicherheitsexperten prüfen lassen.

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