Der asiatischen Datacenter-Markt überholt den europäischen

Hip, Hype, Hyperscale – Rechenzentren in Asien

Nach Angaben der Beratungsgesellschaft PwC boomt der Rechenzentrumsmarkt im asiatisch-pazifischen Raum derart, dass er Europa bis 2021 voraussichtlich überholen wird. Insbesondere Riesenrechenzentren sind gefragt.

Schlüsselfaktoren für das Wachstum des Hyperskalensektors sind laut PWC die erhöhte Internet-Durchdringung und die digitale Transformation. Es wird erwartet, dass die Smartphone-Penetrationsrate in Asien zwischen 2015 und 2020 von 43 Prozent auf 66 Prozent und die Breitbandanschlüsse von 33 Prozent auf 38 Prozent im gleichen Zeitraum steigen wird.

Darüber hinaus nehmen die Verbraucher einen stärker digital vernetzten Lebensstil an und konsumieren reichhaltigere Inhalte wie Video-Streaming. Das lässt wie überall den Datenkonsum enorm wachsen. Dazu kommt, dass die Unternehmen datenintensive Anwendungen wie IoT (Internet of Things), Datenanalyse und künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, was ebenso darin mündet, dass eine explosive Menge an Daten erzeugt und ausgetauscht wird.

Auch im asiatisch-pazifischen Raum fordern nationale Gesetze und Regularien Datenschutz. So bestimmt etwa die indonesische Regierungsverordnung 82 (GR82), dass Unternehmen sensible personenbezogene Daten in nationalen Rechenzentren speichern müssen. Ähnliches gilt für die anderen Staaten.

Die Gründe für den Datacenter-Boom sind bekannt

Dies wiederum treibt den Trend zu lokalen Rechenzentren in jeder Volkswirtschaft an. Mit Technologien wie 5G-Mobilfunknetzen, autonomen Fahrzeugen und Blockchain, die in naher Zukunft immer häufiger eingesetzt werden, dürfte die Nachfrage nach Rechenzentren weiter steigen.

Das Betriebsumfeld und die Marktanforderungen in den verschiedenen Volkswirtschaften im asiatisch-pazifischen Raum weichen dennoch stark voneinander ab. Reife Märkte wie Singapur, Japan und Australien setzen bereits auf Mega-Rechenzentren. Schwellenländer wie Indonesien und Vietnam befinden sich jedoch noch in der Anfangsphase der Planung von Infrastrukturverbesserungen zur Unterstützung des Betriebs von Mammut-Datacenter.

Typisch Hyperscaler

Solchen Hyperscale-Rechenzentren unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von traditionellen Rechenzentren: Es geht um Hunderte von einzelnen Servern, die über ein Hochgeschwindigkeitsnetzwerk zusammenarbeiten. Sie benötigen eine skalierbare Infrastruktur und Campus-Lösungen, eine größere Anzahl von Verfügbarkeitszonen und Redundanz in mehreren Rechen- und Speicherknoten sowie unter Umständen extrem hohe Bandbreite im Datennetzes, um eine geringe Latenzzeit zu gewährleisten.

Hyperscale-Rechenzentren nutzen zudem mehrere Konnektivitätsoptionen: private und öffentliche Peering-Knoten, Cloud-Konnektivität und traditionelle WAN-Techniken. Das geschieht einerseits um die Leistung im Routing zu verbessern und anderseits um die Verbindungskosten zu senken und gleichzeitig eine geringe Latenzzeit zu gewährleisten.

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