Link11 befragt Hosting-Provider und Rechenzentrumsbetreiber

Hosting-Provider rechnen mit steigender DDoS-Gefahr

Über 85 Prozent der Hosting-Provider und Rechenzentrumsbetreiber in Europa gehen davon aus, noch öfter als bisher Distributed Denial-of-Service-Attacken (DDoS) zum Opfer zu fallen.

Das DDoS-Risiko bei Hosting-Providern und Rechenzentrumsbetreibern in Europa ist ausgesprochen hoch. Das zeigt eine Umfrage unter mehr als 100 internationalen Fachbesuchern auf den diesjährigen World Hosting Days global Ende März 2017. Denn jedes zweite Unternehmen in der Branche sah sich in den vergangenen Monaten mit DDoS-Attacken konfrontiert.

Dabei hatten 7 von 10 (70,7 Prozent) der attackierten Service-Provider und Datacenter-Betreiber bis zu zehn Attacken in den vergangenen Monaten registriert. Bei 20 Prozent der Befragten lag die Zahl der Attacken zwischen 10 und 50 Angriffen. Jeder achte Provider (13,6 Prozent) blickte auf mehr als 100 Attacken innerhalb von zwölf Monaten zurück.

Angriff auf Provider und Kunden

Häufig stehen nicht nur die Hosting-Provider, sondern auch deren Kunden im Fokus der DDoS-Angreifer. Beeindruckende 78,6 Prozent der Befragten wussten von Attacken auf die Nutzer ihrer Hosting-Services.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage decken sich mit den Erkenntnissen aus der vom Arbeitskreis Internet Service Provider in der Allianz für Cyber-Sicherheit veröffentlichten Gefährdungsmatrix : Die Eintrittswahrscheinlichkeit für DDoS-Attacken ist ausgesprochen hoch“, verweist Jens-Philipp Jung, Geschäftsführer von Link11, auf die Gefahrenlage.* „Dies belegen auch die quartalsweise veröffentlichten Link11 DDoS-Reports, die für die vergangenen zwölf Monate mehr als 30.000 DDoS-Angriffe auf Ziele in Deutschland benennen.“

DDoS-Erpressungen bei Hostern können sich auszahlen

Neben DDoS-Attacken, die scheinbar aus dem Nichts kommen, verstärken auch DDoS-Erpresser die Gefahrenlage. Jeder 4. Hosting-Provider und RZ-Betreiber (26,5 Prozent) wusste von Schutzgeldforderungen zu berichten. Von den Befragten räumten sogar fünf Unternehmen ein, Geld an die Erpresser überwiesen zu haben. Die DDoS-Schutzexperten von Link11 schätzen auf Basis ihrer langjährigen Erfahrung die Höhe der Schutzgeldforderungen durchschnittlich auf 3 Bitcoin. Der oder die Erpresser haben somit vermutlich bis zu 15 Bitcoin eingenommen. Mit Stand vom 4. Mai 2017 entspricht das fast 21.000 Euro.

Dedizierter Schutz

Die überwiegende Mehrheit der Befragten aus dem Bereich Hosting-Services und Rechenzentrumsbetrieb, nämlich 85,2 Prozent, rechnen mit einer Zunahme des DDoS-Risikos für ihr Unternehmen und ihre Kunden. Der wachsenden DDoS-Gefahr begegnen sie mit unterschiedlichen Strategien.

Mehr als ein Drittel der Anbieter vertraut auf dedizierten Schutz wie Cloud-Scrubbing (13,7 Prozent) und Hardware (22,9 Prozent). Ganze 29,2 Prozent der Unternehmen setzen lediglich auf eine Firewall, 13,5 Prozent wenden Blackholing an. Bei 11,7 Prozent der Hosting-Provider kommt ein CDN zur Milderung der Lastspitzen bei DDoS-Attacken zum Einsatz.

DDoS-Schutz as a Service als neues Geschäftsmodell für ISPs

Zwei von drei befragten Hosting-Providern (65,4 Prozent) sehen auf dem DDoS-Schutzmarkt aktuell Potenzial, um ihr Produktportfolio zu erweitern. Sie sind für viele Unternehmen, die RZ-Dienstleistungen nutzen, der erste Ansprechpartner bei Entscheidungen im Bereich IT-Sicherheit.

Die Kunden möchten ihre Security-Lösungen von einem vertrauten Geschäftspartner beziehen. Für die Hosting-Provider und RZ-Betreiber gilt daher, die neuen Bedarfsfelder zu fokussieren und mit einem kundengerechten Angebot an „DDoS-Schutz as a Service“ zu adressieren.

Zahlreiche Hosting-Provider, die mit Link11 in Kontakt stehen, gehen diesen Weg bereits und bieten ihren Kunden eine zuverlässige Absicherung ihres Geschäftsbetriebes vor DDoS-Attacken.

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Business Media. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.