ISG-Studie

Internet of Things und Automatisierung

Das Internet of Things (IoT) wächst schnell. Zwar stecken einige Technologien noch in den Kinderschuhen, Unternehmen versuchen jedoch schon jetzt mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.

In der Industrie werden IoT-Lösungen bereits eingesetzt. Auch wurden schon erste Erfahrungen durch den frühen Einsatz von Predictive Analytics in den Fertigungsanlagen gesammelt. Jetzt geht es vielen Produktionsleitern darum, die Grundstrukturen zu schaffen und bestehende IoT-Insellösungen sicher und über offene Standards miteinander zu vernetzen, um den Automatisierungsgrad insgesamt voranzutreiben, so die Studienergebnisse des „ISG Provider Lens Germany 2018 – Internet of Things (I4.0) Platforms, Services & Solutions“ von ISG. Durch die Verknüpfung verschiedenster IoT-Lösungen, wird die Automatisierung von Workflows zu einem realistischen Szenario. Erst damit wird die Voraussetzung für neue Geschäftsmodelle und flexiblere Produktion in kleineren Größen geschaffen.

Prognose von ISG

•In den letzten zwölf Monaten sind einige größere IoT-Ökosysteme entstanden, in denen Softwarehersteller, IT-Systemhäuser und Hardwareproduzenten eng miteinander kooperieren. Nahezu jeder Anbieter und Dienstleister setzt auf offene Schnittstellen, um an den verschiedensten IoT-Plattformen und Cloud-Lösungen andocken zu können. Somit lässt sich erkennen, dass IoT-Plattformen öfter dynamisch über offene Schnittstellen vernetzt werden.

•IoT-Plattformen stehen für die Datenintegration, -speicherung, -analyse und -visualisierung im Mittelpunkt der Entwicklung. Jeder Plattformanbieter weiß, dass er nur so stark ist wie die Summe seiner Anwendungspartner. Durch den Preisverfall der Sensorik wird die Vernetzung und damit die Dynamik von IoT-Plattformen zunehmen.

•Industrie-4.0-Plattformen werden für vorausschauende Instandhaltung oder für die Analyse der realen Nutzungszeit von Maschinen verwendet. Sie erhöhen die Verknüpfung von Analytics mit MES-Systemen und ERP-Anwendungen. Somit bilden Industrie-4.0-Plattformen die Basis für höhere Automatisierung.

•Industrial Analytics wird heute eingesetzt, um Produktionsleitstände mit strukturierten Daten zu versorgen und Produktionsabläufe besser zu steuern. Das ist ein erster Schritt zur Automatisierung. Doch die Lösungen müssen komplexere Aufgaben meistern, beispielsweise die Konsolidierung von Daten aus sehr unterschiedlichen Quellen im Produktionsumfeld.

•IoT-Security-Anforderungen werden unterschätzt. Im Fokus steht die Vermeidung von Produktionsfehlern und Sabotage. Zudem muss auch Industriespionage abgeblockt werden, die ohne physischen Zugang zur Fabrik durchgeführt wird. Durch die zunehmende Vernetzung der Endpoints mit IT-Systemen wie ERP oder der Cloud entstehen auf der gesamten Strecke neue Anforderungen. Anbieter werden ihr Portfolio ausweiten, Allianzen eingehen oder aus diesem Markt verschwinden, so ISG.

•Starterkits haben durch konkrete Use Cases einen hohen Reifegrad erlangt. Bei den Starterkits gibt es zwei Hauptrichtungen: Die einen fokussieren sich auf Maschinendaten inklusive Visualisierung, die anderen auf vollständige Use Cases mit automatisierten Aktionen oder integrierten Business-Anwendungen. Die Zahl der Projekte wird nach Ansicht von ISG kräftig wachsen.

•Berater sind ab sofort gefordert, Wege aufzuzeigen, wie man IoT-Geschäftsmodelle zukunftssicher verändern kann. Ob in der Automobilindustrie, im produzierenden Gewerbe, Facility Management, Retail oder in der Logistik – in nahezu allen Branchen klaffen Vision und Implementierung weit auseinander.

Fazit von ISG

Daraus erwachsen Anforderungen, denen sich alle Anbieter in diesem Jahr stellen müssen. Mit der gegebenen Marktreife sind Kriterien wie „vorzeigbare Kundenprojekte“ heute ausschlaggebender als noch vor drei Jahren, meint ISG.

Der Markt hat sich sehr stark erweitert, da die Plattformanbieter die Notwendigkeit des Themas iPaaS for IoT für sich erkannt haben und eigene, oft auch sehr auf das Thema IoT abgestimmte Lösungen anbieten. Aufgrund der Komplexität werden von diesen Anbietern oft sehr industriespezifische Lösungen offeriert, speziell in den Bereichen Engineering/Manufacturing oder Energie. Einige Lieferanten bieten iPaaS nur im Rahmen ihrer IoT-Plattform an. Laut ISG wurden diese jedoch nicht in der Studie berücksichtigt, da es sich hier um kein eigenständiges System handelt.

Zur Studie

In der Studie wurden Plattformen untersucht, die von sehr hoch spezialisierten Industrie-4.0-Plattformen zur optimierten Produktionssteuerung bis hin zu iPaaS zur Integration von unterschiedlichen Anwendungssystemen über eine PaaS-Cloud-Infrastruktur reichen.

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