Datenrettung: Ohne Backup kann’s teuer werden

iPhone im Schwimmbecken – Daten futsch?

Wenn die Apple-Support-Community im Schadensfall lediglich aufs Backup verweist, die Sicherung der Daten aber unterlassen wurde, sind Urlaubsfotos und andere Daten möglicherweise für immer verloren. In vielen Fällen ist die Datenrettung jedoch möglich – kostet aber einen stolzen Preis.

Trotz der Marktdominanz von Android-Geräten in den vergangenen Jahren (rund 80 Prozent der verkauften Geräte) sind iPhones bei deutschen Usern nach wie vor beliebt. 2018 kamen die Apple-Geräte laut den Marktforschern von Kantar im Jahresmittel auf einen Marktanteil von 20,3 Prozent.

Während "Apple-Jünger" gerne auf die Vorzüge des technologischen Sonderpfades verweisen, den der Konzern in mancherlei Hinsicht beschreitet, legt die CBL Datenrettung GmbH nun ihren Finger in eine offene Wunde: Über die Apple-Support-Community hat das Unternehmen laut eigenen Worten vergeblich nach Lösungen zur Datenrettung im Schadensfall gefahndet und dabei den Eindruck gewonnen, "dass es keine Möglichkeiten gibt, Zugriff auf die Daten eines defekten iPhones zu bekommen. Es wird meist nicht auf die Frage eingegangen, sondern nur auf Backup verwiesen."

Finger weg vom Schraubendreher

Mit Links zu entsprechenden Anfragen und Antworten zur Datenwiederherstellung nach Wasserschäden untermauert CBL diese These. Angesichts der bloßen Verweise auf eine entsprechende Datensicherung entsteht der Eindruck, bei fehlendem Backup seien die Daten unwiederbringlich verloren.

CBL betont, dass dem nicht so sei, und empfiehlt bei Wasserschaden, "das luftdicht verpackte iPhone möglichst schnell zur kostenlosen Diagnose ins Labor von CBL Datenrettung zu schicken – je länger man wartet, desto mehr Schaden richtet Korrosion an." Zugleich warnt die Firma vor eigenen Reparaturversuchen, da diese die Chancen auf eine Wiederherstellbarkeit der Daten reduzierten und damit eine Datenrettung unmöglich machen könnten.

Bei der Datenrettung wird beispielsweise die aufwendige Chip-Off-Methode angewandt, bei welcher der NAND-Chip abgelötet wird – definitiv keine Arbeit für ausgewiesene Grobmotoriker. Im Falle des iPhones ergeben sich weitere Probleme: "Noch schwieriger ist die Datenrettung bei Smartphones mit Hardware-Verschlüsselung. Für Apple iPhone 4, iPhone 5, iPhone 6, iPhone 7, iPhone 8 und iPhone X musste eine spezielle Methode entwickelt werden." Diese fußen darauf, dass der Speicherchip samt weiteren Elementen des Mainboards "provisorisch wieder zum Laufen gebracht" werde, um so Zugriff auf die Daten in entschlüsselter Form zu erhalten. Dafür wird beispielsweise auch unter dem Mikroskop gelötet.

iPhone-User zahlen mehr

Dies hat seinen Preis: Während die Datenwiederherstellung bei Android-Smartphones je nach Aufwand mit 300 bis 500 Euro zu Buche schlägt, muss der iPhone-Besitzer im Falle des Falles tiefer in die Tasche greifen und "in der Regel zwischen 500 und 800 Euro" für die Rettung seiner Daten berappen. CBL fügt allerdings hinzu, dass mittlerweile auch bei Android-Geräten die Methoden aufwendiger werden: "Verfahren für Hardware-verschlüsselte Telefone wurde beispielsweise auch für Samsung Galaxy 7, Samsung Galaxy 8, Samsung Galaxy 9 und Huwei P10, Huwei P20 entwickelt. Generell muss man ab Android Version 6.0 und circa ab Baujahr 2016 mit Hardware-Verschlüsselung rechnen."

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