IT-Trends im kommenden Jahr

IT 2016: hybrid, zentralisiert und softwarebasiert

Im Jahr 2016 werden Unternehmen mit hybriden IT-Infrastrukturen weiterhin eine große Rolle spielen, mehr Zweigstellen werden ohne eigene IT vor Ort auskommen müssen und der verstärkte Fokus auf SDN wird den Abschied von einem langjährigen Weggefährten einläuten.

Obwohl Unternehmen immer mehr Anwendungen und Systeme in die Cloud verlagern, wird die hybride IT-Infrastruktur auch 2016 das am stärksten verbreitete Modell bleiben.

Optimale Anwendungs-Performance ist für Unternehmen unentbehrlich. Verbunden mit zunehmend komplexen Netzwerken, Virtualisierung und neuen, hochgradig verteilten Anwendungsarchitekturen wird daher ein neuer Ansatz der IT-Abteilungen für die Netzwerk- und Anwendungs-Performance-Infrastruktur benötigt. Im kommenden Jahr werden CIOs vermehrt Technologien für Automation, Intelligenz und Abgleich einsetzen, um mehr Kontrolle über das verteilte Netzwerk zu erhalten. Außerdem wird mehr Fokus auf Key Performance Indicators (KPIs) liegen, um gegenüber Abteilungsleitern und der Unternehmensführung die Bedeutung der IT für die Erfüllung der Geschäftsziele besser zu belegen. Die KPIs müssen die Bereitstellung von Anwendungen und ihre Performance darstellen und belegen, ob sie die Erwartungen der Nutzer erfüllen. Ansonsten werden CIOs es schwer haben, die Kosten für IT-Abteilungen zu rechtfertigen.

Zentralisierung der IT

Im Durchschnitt kommen in einem Unternehmen 55 Zweigstellen auf jedes große Rechenzentrum. Fast die Hälfte aller Angestellten arbeitet in Zweigstellen, etwa 50 Prozent aller Daten sind außerhalb des Rechenzentrums gespeichert – und IT-Abteilungen müssen rund 50 Prozent ihres Budgets für Zweigstellen ausgeben.

Trotzdem werden Zweigstellen im Vergleich zum Rechenzentrum immer noch sehr stiefmütterlich behandelt: Erhält das Rechenzentrum noch regelmäßig die neuesten Updates für Sicherheit und Backups, so sind Zweigstellen für gewöhnlich in den 1990er Jahren gefangen – mit Bandsicherung und ohne moderne Sicherheitsmaßnahmen wie Fingerabdruckscanner. Fällt die IT in einer Zweigstelle aus, gibt es vor Ort meist keinen geschulten Mitarbeiter, was die Wiederherstellung von Daten besonders zeit- und kostenintensiv macht. Für Unternehmen wird es daher auch 2016 immer wichtiger, dass Zweigstellen ohne lokale IT funktionieren und stattdessen jederzeit und von überall aus Zugriff auf Anwendungen und Informationen im sicheren Rechenzentrum erhalten. Zu den zahlreichen Vorteilen gehören dabei größere Kontrolle und mehr Transparenz sowie eine Reduzierung des Risikos von Datenverlust.

Bye-bye Router

Um die gesteigerte Komplexität durch vermehrte Cloud-Nutzung besser bewältigen zu können und Kontrolle über das Rechenzentrum zu gewinnen, setzen CIOs überwiegend auf Technologien, mit denen sich das Geschäft besser differenzieren lässt, Nutzererlebnisse verbessert werden und die dazu beitragen, einen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen.

IT-Teams erleben derzeit eine der größten Transformationsphasen des letzten Jahrzehnts – Unternehmen werden hybrid und setzen verstärkt auf SDN. Sie werden daher auf umfassende Lösungen für Transparenz, Optimierung und Kontrolle setzen, um durch SDN mehr Agilität zu bekommen und alle Vorteile der Cloud, SaaS, hybriden und SD-WAN-Optionen zu nutzen. Das Netzwerk wird 2016 daher nicht länger von einem bekannten und langjährigen Weggefährten abhängig sein – dem Router. Ein softwaredefinierter Ansatz für Anwendungen wird zur Norm und den Router in Unternehmen Schritt für Schritt ersetzen.

Autor: Oliver Burgstaller

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