Social Commerce

Jeder Zweite kauft mit dem Smartphone ein

Geht man nach einer BITKOM-Studie, scheint das Einkaufen im Ladengeschäft bald „out“ zu sein. „In“ sind Online-Shopping und Social Influencer auf Youtube. Händler sollten demnach besonderen Wert auf die Sozialen Medien legen. Wichtig ist den Kunden außerdem ein unkomplizierter Kaufprozess.

Der BITKOM befragte 1.152 Internetnutzer ab 14 Jahren zu ihrem Einkaufsverhalten. Von diesen gaben 96 Prozent an, in den vergangenen 12 Monaten online eingekauft zu haben. Jeder Dritte (33 Prozent) von ihnen bevorzugt den Einkauf per Mausklick. Rund 21 Prozent treten lieber den Gang ins Ladengeschäft an, während 46 Prozent keine klaren Präferenzen äußerten.

Jedoch meinten 35 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 37 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, dass sie lieber online einkaufen. Lediglich 20 beziehungsweise 16 Prozent in der jeweiligen Altersgruppe bevorzugen den stationären Einkauf.

„Transparente Preise, eine größere Produktauswahl und die bequeme Lieferung machen Online-Shopping für viele attraktiver als den Einkauf im Ladengeschäft“, kommentiert BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die Untersuchungsergebnisse. „Außerdem sorgen kurze Lieferzeiten und ein hoher Verbraucherschutz in Deutschland dafür, dass der Einkauf per Mausklick an Beliebtheit gewinnt – gerade auch jetzt zur Weihnachtszeit.“

Shopping via Smartphone

Während 2014 nur jeder Fünfte (20 Prozent) mit dem Handy shoppte, ist es mittlerweile nahezu jeder Zweite (46 Prozent). Vor allem die jüngere Generation geht mit dem Handy auf Einkaufstour. Von den 14- bis 29-Jährigen kaufen bereits drei von vier Befragten (76 Prozent) per Smartphone und ein Drittel (31 Prozent) per Tablet ein. Außerdem holen sich neun von zehn Smartphone-Shoppern mit ihrem mobilen Begleiter zumindest gelegentlich Kaufanregungen oder recherchieren zu einem Produkt (93 Prozent). 87 Prozent vergleichen per Smartphone Preise, 84 Prozent lesen regelmäßig oder manchmal Bewertungen.

Problem Kaufabbruch

Ist der Kaufprozess allerding zu kompliziert, haben bereits acht von zehn Smartphone-Shoppern (79 Prozent) den Einkauf auf dem Smartphone abgebrochen. Fast drei von zehn Befragten (29 Prozent) verlassen den Warenkorb sogar häufiger. Gründe hierfür sind vor allem eine schlechte Internetverbindung (49 Prozent), Schwierigkeiten beim Bezahlvorgang (43 Prozent), eine wenig nutzerfreundliche Webseite (42 Prozent) oder ein Fehler dieser (32 Prozent). 37 Prozent vermissten die bevorzugte Bezahlmöglichkeit, 32 Prozent hatten letztlich nicht genug Vertrauen in den Anbieter und brachen den Kaufvorgang deshalb ab.

„Wenn die Bedienbarkeit einer Webseite oder eines Online-Shops nicht zufriedenstellend ist, gibt es im Internet genug Alternativen, die nur einen Mausklick entfernt sind. Es gehört zum A und O eines jeden guten Händlers, seine Homepage und seinen Online-Shop bedienfreundlich, sicher und vor allem fehlerfrei zu gestalten – auch und vor allem für die mobilen Endgeräte“, sagt Rohleder.

Social Commerce ist die Zukunft

Besondere Beachtung sollten Händler laut dem Digitalverband den Sozialen Netzwerken schenken. Zwei Drittel (63 Prozent) all jener 943 Befragten, die Soziale Netzwerke nutzen, haben hier schon einmal eine Kaufanregung bekommen und deshalb ein Produkt gekauft. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 83 Prozent.

Bei 45 Prozent der Studienteilnehmer kamen die Kaufanregungen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis, bei 41 Prozent von Unternehmen. Es folgen Social Influencer, Blogger und Youtuber (39 Prozent). Bei den Jüngeren im Alter von 14 bis 29 Jahren inspirieren Social Influencer (54 Prozent) in Sachen Shoppingtipps und Kaufanregungen sogar schon häufiger als Freunde und Familie (44 Prozent). 72 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass ein Social-Media-Auftritt für Händler heute dazugehört. Vier von zehn Befragten (39 Prozent) geben an, dass der Social-Media-Auftritt die eigene Bindung zu einer Marke, einem Hersteller oder einem Shop stärkt. Knapp jeder Dritte (32 Prozent) liked entsprechende Seiten gerne.

Eine wichtige Rolle spielen die Sozialen Netzwerke zudem bei Produktbewertungen. Knapp jeder Dritte (32 Prozent) und unter den 14- bis 29-Jährigen sogar jeder Zweite (49 Prozent) liest diese. Das können Hinweise in den Kommentarspalten der Hersteller- und Produktseiten sein, wenn Freunde oder Social Influencer ihre Erfahrungen mit einem Produkt auf ihren persönlichen Seiten teilen oder Tutorials auf Youtube. Diese Produktbewertungen werden in der Online-Shopping-Welt immer wichtiger und zu einem echten Pfand in Sachen Glaubwürdigkeit für Online-Händler.

Für jeden dritten Befragten (34 Prozent) sind Produktbewertungen genauso wertvoll wie Empfehlungen durch Freunde oder Familie. 38 Prozent schreiben Produktbewertungen auch selbst. „Kunden nutzen die Sozialen Medien zunehmend als Informationsquelle, bevor sie auf den Kauf-Button drücken. Unabhängige Bewertungen von anderen können ein guter Wegweiser durch die große Auswahl im Netz sein“, erläutert Rohleder. „Mit transparenten Bewertungen können aber auch Online-Shops auf ihren Homepages den Kunden wichtige Kaufhilfen bieten und gleichzeitig das Vertrauen potenzieller Neukunden gewinnen und sich von anderen Online-Händlern positiv absetzen.“

Autor: Sarah Gandorfer

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