Electronica-Trend-Index

Künstliche Intelligenz soll menschliches Denken nicht ersetzen

Im diesjährigen Electronica-Trend-Index wurden 7000 Verbraucher weltweit gefragt, was sie von künstlicher Intelligenz (KI) halten. Hier folgen die Ergebnisse im Überblick.

Wenn Siri, Alexa oder Cortana das Wetter vorlesen, gewünschte Musik abspielen oder den nächsten Online-Einkauf erledigen sollen, ist eine einfache Sprachanweisung der Besitzer notwendig und schon nehmen die Dinge ihren Lauf. Intelligente Sprachsteuerungen in Privathaushalten sind längst bekannt.

Sprachassistenten bei Verbrauchern beliebt

Bei den Verbrauchern steht die Idee der Sprachsteuerung offenbar hoch im Kurs: Rund 60 % der Konsumenten sind weltweit dafür, dass elektronische Geräte künftig in einen menschlichen Dialog treten können – etwa nach dem Vorbild der oben genannten Sprachassistenten. Besonders begeistert davon, sich künftig mit elektronischen Geräten unterhalten zu können, sind dabei die chinesischen (85 %), amerikanischen (68 %) und italienischen (66 %) Konsumenten. Weltweit 17 % lehnen sprechende Elektronik dagegen entschieden ab.

Das sind Ergebnisse des Electronica-Trend-Indexes 2018. Dafür wurden im Auftrag der Weltleitmesse für Elektronik „electronica“ im Juni 2018 insgesamt 7000 Verbraucher in den USA (N=1000), China (N=1000), Japan (N=1000), Deutschland (N=1000), Frankreich, (N=1000), Großbritannien (N=1000) und Italien (N=1000) über ein Marktforschungsinstitut bevölkerungsrepräsentativ befragt.

Roboter sollen als Maschinen erkennbar sein

Zu „menschenähnlich“ sollten die digitalen Helfer nach übereinstimmender Meinung der Verbraucher allerdings nicht werden: Bei der Frage, wie Service-Roboter von morgen beschaffen sein sollten, sprechen sich 72 % dafür aus, dass Roboter mit künstlicher Intelligenz eindeutig als Maschine erkennbar bleiben. Die stärksten Befürworter dafür sind Italiener (78 %) und US-Amerikaner (77 %). Aber auch in Japan, mit der im Vergleich schwächsten Zustimmung, gibt es in diesem Punkt eine klare Mehrheit von 69 % der Befragten.

Selbständiges lernen erwünscht

Dagegen bewerten 72 % der Befragten im weltweiten Durchschnitt positiv, dass Roboter künstliche Intelligenz einsetzen, um selbständig zu lernen und auf neue Situationen zu reagieren. Ebenso viele wünschen sich vom Roboter Entscheidungshilfen – allerdings sollte die Kontrolle in den Händen der Menschen bleiben.

Diese Grundeinstellung gilt generell für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in elektronischen Geräten: Die große Mehrheit der Verbraucher möchte, dass die KI nur assistiert und nicht das eigene Denken ersetzt – der weltweite Durchschnitt dieser Meinung liegt nach der jüngsten Umfrage bei 71 %. Allerdings ist diese Ansicht in einigen Ländern rückläufig: In Deutschland stimmten dieser Meinung im Electronica-Trend-Index aus dem Jahre 2016 insgesamt 82 % der Befragten zu – aktuell sind es noch 67 %. Dennoch: Über 80 % der weltweit Befragten wünschen sich, dass „elektronische Geräte der Zukunft“ das Leben vereinfachen.

Geteilt ist dagegen die Meinung dazu, ob eine Maschine in der Lage sein soll, menschliche Gefühle zu erkennen und darauf zu reagieren: In den europäischen Ländern und Japan ist nur rund jeder Zweite dafür, in den USA knapp 60 % – in China aber 85 %.

Über 3000 Aussteller auf Electronica 2018

„Wie der Electronica-Trend-Index zeigt, setzen sich die Verbraucher weltweit sehr intensiv mit der Elektronik der Zukunft auseinander“, sagt Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München und zuständig für die Weltleitmesse Electronica. „Wie rasant sich die smarte Welt der Elektronik entwickelt, zeigen über 3000 Aussteller aus mehr als 50 Ländern vom 13. bis 16. November auf der electronica 2018 in München.“

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Communications Group GmbH & Co. KG. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.