Studie von Brainloop

Management übernimmt zu wenig Verantwortung beim Datenschutz

Eine Studie der Deutschen Messe Interactive im Auftrag von Brainloop kommt zu dem Ergebnis, dass viele Unternehmen das Thema Sicherheit nicht an der Wurzel anpacken. Meist sind IT-Abteilungen für den Schutz vertraulicher Daten zuständig. Fachabteilungen werden dagegen selten eingebunden.

Im Auftrag von Brainloop befragte die Deutsche Messe Interactive 304 Entscheider und Entscheidungsvorbereiter aus der DACH-Region und aus englischen Unternehmen zum Thema Cyber-Security. Die Umfrage ergab, dass für den Schutz vertraulicher Informationen in DACH-Unternehmen zu 66 Prozent die IT-Abteilungen zuständig sind. Nur in etwa 18 Prozent der Fälle ist die Fachabteilung eingebunden. Lediglich acht Prozent der Geschäftsführer widmen sich selbst diesem Thema. Die IT-Abteilung kann zwar moderne Software und ein gutes Sicherheitssystem zur Verfügung stellen, umgesetzt werden müssen laut Brainloop die Vorgaben jedoch an anderen Stellen des Unternehmens. So reagiere die Geschäftsleitung meist erst dann, wenn der IT-Abteilung die Hände gebunden sind.

In Großbritannien zeichnet sich ein anderes Bild ab: Die hauseigene IT hat nur in 42 Prozent der Fälle die Fäden in der Hand. Bei 25 Prozent der Befragten ist das Management selbst verantwortlich; zu zwölf Prozent auch die Fachabteilungen. Damit wird die Verantwortung bei den Briten etwas mehr im Unternehmen verteilt, als in der DACH-Region.

Filesharing

Das Thema Datenschutz wird von Mitarbeitern als Herausforderung gesehen. So schätzen in der DACH-Region rund 61 Prozent der Befragten den wirtschaftlichen Schaden bei Datenverlust als hoch ein. Auch die Problematik bei Filesharing wird ernst genommen: 63 Prozent der DACH-Unternehmen erlauben keine Nutzung von Consumer-Filesharing. Dennoch beachten laut Brainloop viele Firmen grundlegende Sicherheitsaspekte nicht: Denn obwohl Mitarbeiter inzwischen sensibilisiert sind, fühlen sich nur wenige Akteure tatsächlich für das Thema Sicherheit verantwortlich.

Abteilungen müssen kooperieren

Auch eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit sei ein wichtiges Puzzleteil: Rund 23 Prozent der in Deutschland, Österreich und der Schweiz Befragten nutzen Datenraumlösungen, 28 Prozent greifen auf sicheres Filesharing zurück. Weiteren 34 Prozent ist kein derartiges Tool bekannt. Jedoch gaben nur 15 Prozent der Studienteilnehmer an, dass überhaupt keine Lösung existiert; in Großbritannien sind es dagegen 35 Prozent.

Auch findet häufig keine konsequente Kennzeichnung vertraulicher Dokumente statt, so ein weiteres Ergebnis. 42 Prozent aus der DACH-Region erklärten, dass dies nur teilweise oder gar nicht geschehe. Wer jedoch nicht festlegt, dass ein Dokument schützenswert ist, läuft Gefahr, dass ein leichtfertiger Umgang zum Verlust vertraulicher Daten führt.

30 Prozent verschlüsseln ihre Dokumente selten

Unternehmen in der DACH-Region verschlüsseln ihre Dokumente zwar immer öfter, doch es bleibt ein hoher Anteil, der seine Inhalte nicht ausreichend schützt. So gaben 54 Prozent der Befragten an, immer oder zumindest häufig eine Verschlüsselung ihrer Dokumente zu nutzen. In rund 30 Prozent der Fälle werden Dokumente selten oder nie verschlüsselt.

Im direkten Vergleich zu Großbritannien hinkt Deutschland im Risikomanagement hinterher: Im UK ist der Verlust von unternehmenskritischen Daten bei 70 Prozent im Risikomanagement verankert. In der DACH-Region gaben dies lediglich 55 Prozent an.

„Dreh- und Angelpunkt bleibt ein ganzheitliches Konzept, das die Informationssicherheit in Unternehmen regelt“, sagt Thomas Deutschmann, CEO von Brainloop. „Neben der IT-Abteilung müssen konsequenterweise auch das Management und andere Fachabteilungen stärker eingebunden werden. Nur eine gleichmäßige Verteilung von Verantwortung und das Bewusstsein für Gefahren gewährleisten eine umfassende Informationssicherheit in Unternehmen. Insbesondere dürfen diese nicht unterschätzen, welche Einfallstore bei einer unzureichenden Verschlüsselung drohen.“

Autor: Marisa-Solvejg Metzger

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