Umfrage zur Digitalisierung

Manager befürworten Weiterbildung nach Feierabend

Mehr als die Hälfte der Entscheider (53 Prozent) hält es für notwendig, dass sich Mitarbeiter auch in der Freizeit zu Digitalthemen informieren und weiterbilden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Sopra Steria Consulting.

Laut der Studie „Potenzialanalyse Transformation erfolgreich managen“ erwägen immerhin 44 Prozent der Entscheider eine Entlastung im Tagesgeschäft, um den Mitarbeitern das Erlernen neuer Fähigkeiten zu ermöglichen.

„Viele Unternehmen merken, dass sie in der Vergangenheit vor allem in die Verbesserung ihrer IT-Ausstattung und in neue Technologien investiert haben. Das war auch kein Fehler“, erklärt Simon Oberle, Leiter Future Management Consulting von Sopra Steria NEXT. „Allerdings entwickeln Automatisierungslösungen und Datenanalyse-Tools allein keine digitalen Geschäftsmodelle, dafür braucht es geschulte Spezialisten“, ergänzt er.

Förderung nimmt zu

Bereits mehr als jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) fördert gezielt das unternehmerische Engagement der Mitarbeiter. Auf diese Weise sollen Hierarchien abgebaut und Entscheidungskompetenzen besser verteilt werden. Ziele dieser Maßnahmen sind das schnellere Erreichen von Ergebnissen im Vergleich mit starren Organisationen sowie schnellere Reaktionszeiten und die Hoffnung, dass Mitarbeiter mehr Verantwortung beim Aneignen notwendiger Fähigkeiten übernehmen.

Allerdings sehen die Führungskräfte dabei auch die Notwendigkeit, dass sich Mitarbeiter über das angebotene Trainingsprogramm hinaus fortbilden – dosiert und je nach Jobprofil auch in der Freizeit. So ist das Lesen von Blogs, Newslettern oder Online-Medien auf dem Arbeitsweg bereits weitverbreitet. Arbeitnehmer nutzen auch Treffen nach Feierabend zum Aufbau eines Karrierenetzwerks und suchen sich für ihre persönlichen Ziele Online-Kurse, die ihr Arbeitgeber nicht abdeckt.

Massiver Nachholbedarf

Der Grund für den Ruf nach mehr Fortbildung ist laut Sopra Steria Consulting auch der massive Nachholbedarf beim Aufbau digitaler Expertise. Noch vor ein bis zwei Jahren spielte Weiterbildung eine eher untergeordnete Rolle. Jetzt hat ein Umdenken eingesetzt: 75 Prozent der Entscheider spüren selbst, dass die im Unternehmen vorhandenen Kompetenzen nicht mehr ausreichen.

Zu den getroffenen Maßnahmen zählen bei jedem zweiten Betrieb Weiterbildungsprogramme, wobei der Fokus auf Tool-Schulungen liegt. 68 Prozent der Befragten qualifizieren das Personal im Umgang mit digitalen Technologien, 44 Prozent bauen Know-how zu agilen Methoden auf.

Autor: Martin Hensel

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