IDC-Studie identifiziert Nachholbedarf

Mangel an Fachkräften bremst KI-Projekte aus

Obwohl viele Unternehmen das Potenzial von KI-basierten (Künstliche Intelligenz) Lösungen für die Prozessoptimierung erkannt haben, bremst der Mangel an Experten die Umsetzungen aus. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Marktforscher von IDC.

Für die Studie befragte IDC im April IT- und Fachentscheider aus 350 deutschen Organisationen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Demnach werden KI und Machine Learning zunehmend als sinnvolle und praktikable Ansätze sowie Enabler zur Verbesserung von Geschäftsprozessen betrachtet. Etwa ein Viertel der Befragten hat bereits KI-Projekte umgesetzt. Weitere 69 Prozent planen den Start einer KI-Initiative in den kommenden zwölf Monaten. „Wir sind davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz in zwei Jahren in jedem Unternehmen präsent sein wird“, meint Matthias Zacher, Manager Research und Consulting von IDC und Projektleiter der Studie. Neben Projekten komme KI vor allem über Apps, moderne Anwendungen und Cloud-Dienste automatisch in Fach- und IT-Abteilungen.

Experten verzweifelt gesucht

Ein großes Hindernis für erfolgreiche KI-Aktivitäten sind fehlende Fachkräfte. Knapp die Hälfte der Firmen gab an, dass dies ihre Projekte am meisten hemmt. In mehr als 80 Prozent der Unternehmen fehlen demnach KI-Fachleute wie Entwickler, Datenbankmanager, Data Scientists, Business-Analysten oder Trainer. IDC erwartet, dass sich diese Situation vorerst nicht entspannen wird. Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen laufen in vielen Unternehmen gerade erst an und nur wenige Experten sind am Arbeitsmarkt verfügbar.

Weitere Erkenntnisse

Die Studie zeigt außerdem, dass vor allem Fachbereiche den KI-Einsatz vorantreiben. In 37 Prozent der Unternehmen sind Fachabteilungen für die KI-Planung zuständig, bei 35 Prozent der Firmen kooperieren diese bei Planung und Umsetzung mit der IT. Rund ein Drittel der Befragten legt die KI-Projekte ausschließlich in die Hände der IT-Abteilung. In diesem Fall sieht IDC die Gefahr, dass fachliche Aspekte zu kurz kommen und das KI-Projekt nicht die gewünschten Resultate erzielt. Das Interesse am Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist branchenübergreifend vorhanden. Im Finanzsektor, der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitsumfeld und bei Energieversorgen sind entsprechende Lösungen bereits im Praxiseinsatz. Am häufigsten wird KI zur Wissensextraktion aus Daten (37 Prozent), Spracherkennung (32 Prozent) und für überwachtes Lernen (25 Prozent) genutzt. Weitere gängige Anwendungsfälle sind Bilderkennung und -klassifikation (23 Prozent) und automatische Content-Aggregation (23 Prozent). Knapp 20 Prozent der Unternehmen setzen intelligente Assistenten zum Support von internen und externen Kundenanfragen, Chatbots und Cloud-Dienste für KI und Machine Learning ein.

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Business Media. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.