Internet

Schnelles Internet für Schulen, Krankenhäuser und ÖPNV

Mal kurz ins Internet – an manchen Schulen wird das zur Geduldsprobe. Das soll sich ändern. Mit Förderprogrammen will Bayern schnelles Surfen möglich machen. Auch Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln sollen profitieren.

Der Freistaat Bayern will den Anschluss öffentlicher Schulen und Krankenhäuser an schnelleres Internet vorantreiben. Seit 1. Juni gebe es ein entsprechendes Förderprogramm, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU). Fördertechnisch und von der finanziellen Ausstattung her habe man in dieser Hinsicht alles getan.

Nun hänge es davon ab, wann die Leitungen für Glasfaserkabel verlegt werden könnten, die Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde und mehr ermöglichen. Zudem sollen an Schulen 20.000 Hotspots eingerichtet werden, über die Schüler und Lehrer mit ihren Geräten kabellos surfen können.

„Erschreckend“

Die SPD-Landtagsfraktion hatte zuvor kritisiert, das Internet sei an den meisten Schulen viel zu langsam. Fast drei Viertel müssten mit höchstens 16 Megabit pro Sekunde auskommen, wie aus einer Antwort des Kultusministeriums auf eine SPD-Anfrage hervorgeht. Als ideal gelten nach einem Positionspapier des Bildungsministeriums dagegen 100 Megabit pro Sekunde.

„Den Schülerinnen und Schülern muss digitale Souveränität vermittelt werden; sie müssen digitale Geräte bedienen, verstehen und sinnvoll einsetzen können“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Margit Wild.

Die Freien Wähler nannten die Ergebnisse erschreckend. 16 Megabit reichten nicht aus, um in mehreren Klassen parallel mit digitalen Medien zu arbeiten.

Förderung

Trotzdem sieht Füracker den Ausbau des schnellen Internets auf einem guten Weg, für den die Staatsregierung ein 1,5 Milliarden schweres Förderprogramm aufgelegt hat. Bis 2025 sollen demnach alle Haushalte Glasfaseranschlüsse haben, die das rasche Surfen möglich machen. Bislang können 90 Prozent der Haushalte mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde ins Internet, 80 Prozent mit 50 Megabit und mehr.

Schwierig ist die Situation vor allem auf dem Land. Hier soll der Höfebonus Abhilfe schaffen, mit dem Haushalte in dünn besiedelten Gegenden schnelle Glasfaser-Leitungen erhalten sollen.

Kritik von den Grünen

Der Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann, übte dagegen Kritik. „Die PR für den Breitbandausbau in Bayern läuft besser als das Vergraben der dafür notwendigen Glasfaserkabel.“ Das Breitband-Förderprogramm belohne den Ausbau von Glasfaserleitungen nur bis zum Verteilerkasten, dahinter komme die sogenannte Vectoring-Technologie zum Einsatz.

Auf dem Weg in die einzelnen Häuser laufen die Daten bei dem umstrittenen Verfahren über herkömmliche Kupferleitungen, die maximal 100 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Der EU-Rechnungshof hatte deshalb kürzlich den Breitband-Ausbau in Deutschland für nicht zukunftsfähig erklärt. „Wir brauchen endlich ein ambitioniertes Förderprogramm, das auf Glasfaser in jeden Haushalt setzt!“, sagte Hartmann.

Bayern-WLAN

Ausgebaut werden soll auch das Bayern-WLAN, über das Nutzer kostenlos ins Internet gelangen können. Mehr als 12.100 Zugangspunkte gibt es laut Füracker bereits in Bayern, bis 2020 sollen rund 7.900 folgen.

Ein Erfolg sei das drahtlose Internet im öffentlichen Nahverkehr, für das nach der Pilotphase seit April alle Landkreisen und kreisfreien Städte Fördergeld beantragen können. Ein angenehmer Nebeneffekt: In Bussen mit WLAN gehe der Vandalismus gegen Null. „Die Leute, die im Bus sitzen, kommen auf keine dummen Ideen mehr, sondern haben eine sinnvolle Beschäftigung“, sagte Füracker.

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