Leichtsinn bei Datenlöschung

Sensible Daten auf Second-Hand-Laufwerken

Die Datenretter der Blancco Technology Group und von Ontrack haben sich mit Restdaten auf gebrauchten Speicherlaufwerken befasst. Das erschreckende Ergebnis: Auf 42 Prozent der geprüften Datenträger waren noch sensible Informationen zu finden.

Für die Studie hatten die beiden Unternehmen insgesamt 159 Datenträger aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Finnland nach dem Zufallsprinzip über den Online-Marktplatz eBay gekauft. Danach wurden die Laufwerke von Ontrack mit Hilfe von Datenrettungssoftware analysiert. Auf knapp der Hälfte (42 Prozent) aller Speichermedien fanden die Experten demnach noch sensible Daten. 15 Prozent der Laufwerke enthielten sogar noch personenbezogene Informationen.

Reiche Beute

Die Ergebnisse der Studie lesen sich abenteuerlich: So fanden die Datenretter die Festplatte eines Softwareentwicklers, der über eine hohe staatliche Sicherheitsfreigabe verfügte. Sie enthielt unter anderem eingescannte Pässe seiner Familie, Geburtsurkunden, Lebensläufe und Finanzunterlagen. Weitere Funde umfassten rund 5 Gigabyte an archivierten Büro-E-Mails eines großen Reiseunternehmens sowie etwa 3 Gigabyte an Daten eines Logistikunternehmens, die auch Versanddetails, Fahrpläne und Lkw-Anmeldungen umfassten. Zudem tauchten Studienarbeiten und E-Mail-Adressen von Studenten, Firmeninformationen eines Musikgeschäfts inklusive rund 32.000 Fotos sowie Schuldaten einschließlich Fotos, Namen und Noten von Schülern auf.

Unzureichende Methoden

Im Zuge der Untersuchung nahm Blancco mit den jeweiligen Verkäufern Kontakt auf. Diese gaben an, für sichere Datenentfernung gesorgt zu haben und eigentlich keine Informationen zurückgelassen zu haben. Die Datenretter befürchten deshalb, dass sich die Verkäufer gebrauchter Datenträger zwar der Problematik bewusst sind, aber nur unzureichende Methoden zur Datenentfernung nutzen.

„Es ist offensichtlich, dass es Verwirrung über die richtigen Methoden der Datenlöschung gibt, da jeder Verkäufer den Eindruck hatte, dass Daten dauerhaft entfernt wurden. Die Aufklärung über die besten Möglichkeiten, Daten dauerhaft von Geräten zu entfernen, ist eine wichtige Investition, um das sehr reale Risiko zu verringern, Opfer von Identitätsdiebstahl oder anderen Methoden der Cyberkriminalität zu werden“, erklärt Fredrik Forslund, Vice President für Cloud und Datenlöschung von Blancco.

Autor: Martin Hensel

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