Datenschutz und Datensicherheit

Sicherheit sensibler und personenbezogener Daten

Unternehmen müssen sich bis zum Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung mit fünf wichtigen Themen beschäftigen. Die Nutzungsrechte für Mitarbeiter und Partner, Automatisierung und Datenaustauschmechanismen zwischen Applikationen spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Kenntnisse über die Nutzung und Speicherung von Unternehmensdaten sind nicht mehr länger eine Frage der Freiwilligkeit. Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), zwingt alle Unternehmen dazu, einen Überblick über den aktuellen Ort, die Nutzung und die Verbreitung ihrer sensiblen und personenbezogenen Daten über alle Unternehmensanwendungen hinweg zu haben.

Die Dokumentation und Umsetzung der Datenschutzmaßnahmen muss in Zukunft auch gegenüber Regulierungsbehörden nachgewiesen werden. Für viele Unternehmen ist dies der Anstoß zum Einsatz von Log-Reports, Auditierungs- und Analyselösungen, die Bedrohungen oder Risiken anhand von Datenbewegungsmustern und Nutzerverhalten erkennen. Besonders betroffen sind dabei Systeme, in denen viele Sicherheitsrelevante Daten vorgehalten werden. Denn obwohl Informationen innerhalb solcher Systeme relativ gut geschützt sind, fehlt vielen Unternehmen die Übersicht darüber, wie viele dieser Daten täglich exportiert und über weniger geschützte Systeme und Kanäle weiterverarbeitet oder weitergegeben werden.

Datenzentrierte Datenschutzlösungen

Unternehmen suchen nach Lösungen, die ihre Dokumente und Datenexporte bereits ab dem Erstellungszeitpunkt schützen, noch bevor sie sichere Infrastrukturen verlassen. Alle Kanäle und Systeme ausreichend absichern zu wollen, über die sicherheitsrelevante Daten geteilt und weiterverarbeitet werden könnten – erweist sich als kaum lösbare Sisyphos-Aufgabe. Daher empfiehlt sich der Ansatz, die Informationen selbst bereits bei ihrer Entstehung zu klassifizieren, um ihre Sicherheitsrelevanz sowie Berechtigungen für ihre weitere Handhabung zu bestimmen. „In unserer immer stärker vernetzten Geschäftswelt können Informationen nicht mehr einfach innerhalb sicherer Unternehmenssysteme festgehalten werden. Es ist daher sehr viel sinnvoller, die Daten selbst abzusichern statt auf die Absicherung der Speicherorte und Kommunikationskanäle zu setzen. Reaktive und kontextsensitive Datenschutzlösungen erfüllen wichtige Basisfunktionen, reichen aber nicht aus“, erklärt Volker Kyra, Geschäftsführer der Secude GmbH.

Nutzungsrechte für personenbezogene Daten

Jeder, der personenbezogene Daten verarbeitet, wird spätestens durch die neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung ab 2018 in die Pflicht genommen. Das betrifft auch die Zusammenarbeit mit Partnern und Externen und dabei speziell die Nutzungsrechte für personenbezogene Daten und deren Verarbeitung. Hier gilt es zwischen beschränkten Nutzungsrechten und privilegierten Nutzern zu unterscheiden, die oft unzureichend verwaltet werden. Um die Vorgaben der neuen Gesetzgebung zu erfüllen und Audits zu bestehen, müssen Unternehmen daher genau überprüfen, wer welche Daten einsehen, aus Systemen exportieren und weiterverarbeiten darf. Ein Problem dabei ist: viele Systeme, in denen sensible Daten vorgehalten werden, lassen nur eine sehr grobe Rechtevergabe zu. Entweder eine Person hat volle Nutzungsrechte für bestimmte Daten oder gar keine. Hier sind granulare Lösungen gefragt, damit Informationen in Übereinstimmung mit den neuen Gesetzgebungen gehandhabt werden können, ohne dass die Nutzungsbeschränkungen wichtige Geschäftsprozesse behindern.

Faktor Mensch – Automatisierung

Die Automatisierung von sicherheitsrelevanten Tätigkeiten, wie beispielsweise dem Patchen von Systemen, ist ein vieldiskutiertes Thema. Laut Capgemini (Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen) wird es auch von Unternehmen als eines der Top-Sicherheitsthemen angesehen, denn bis zu 95 Prozent aller sicherheitsrelevanten Störungen sind auf menschliche Fehler zurückzuführen. Das gilt jedoch nicht nur für die Automatisierung von Sicherheits-Patches, sondern genauso für den Bereich der Datenklassifizierung. Hier wird festgelegt, welche Informationen besonders sensibel sind und damit strengeren Sicherheitskriterien unterliegen. Überlässt man diese Einstufung den Mitarbeitern, dann kommt es nicht nur häufig zu Fehleinschätzungen, sondern der Klassifizierungsprozess verlangsamt auch die Arbeitsvorgänge erheblich.

„Eine automatisierte kontextbezogene Datenklassifizierung wird daher in den nächsten Jahren einen Schlüsselfaktor für die Datensicherheit darstellen“, betont Volker Kyra. „Ein weiterer Faktor ist die explodierende Anzahl von Anwendungen im Rahmen der Digitalisierung, der eine Automatisierung ebenso zwingend erforderlich macht“.

Faktor Maschine – Datenaustauschmechanismen zwischen Applikationen

Die rasche konzeptionelle Weiterentwicklung von Unternehmensarchitekturen führt zu einem signifikanten Paradigmenwechsel in Bezug auf die Applikationsintegration und die Verteilung von Daten. Die Überwachungsmöglichkeit von Datenströmen zwischen Applikationen wird daher zu einem weiteren entscheidenden Faktor für die Datensicherheit. Nun tauschen nicht nur Mitarbeiter sensible Daten aus, sondern auch die Applikationen selbst (Machine-to-Machine).

Das Problem dabei: Aufgrund der Komplexität heutiger Systemlandschaften, unabhängig davon ob organisch gewachsen oder spezifisch konzipiert, ist es für Unternehmen praktisch unmöglich, die Kontrolle über die laufende logische Datenkommunikation zu erlangen. Das stellt eine wesentliche Herausforderung für IT-Sicherheitsverantwortliche dar und hat erhebliche Auswirkungen auf Compliance-Richtlinien, die aus regulatorischen Verpflichtungen resultieren. Es sind daher intelligente Lösungen gefragt, um eine Klassifizierung und Nachverfolgung sensibler Datenströme zu ermöglichen.

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