Digitale Transformation im Unternehmen

So steht es um den Kulturwandel

Der Wandel hin zur digitalen Unternehmenskultur ist laut einer Umfrage von Vision11 zufolge noch längst nicht überall angekommen. Es sind agile Arbeitsmethoden und ein Umdenken auf Management- und Führungsebene gefragt.

Laut eines Berichts von Vision11 wird die Digitalisierung von Mitarbeitern in der Regel positiv wahrgenommen. So ermöglichen neue Technologien nicht nur ein zeitlich und örtlich unabhängiges Arbeiten, sondern auch eine stärkere Vernetzung im Unternehmen untereinander. Aber auch Kunden stellen dementsprechend neue Anforderungen an Kommunikation und Organisation.

Agiles Arbeiten verspricht Erfolg

Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, setzen Unternehmen zunehmend auf agile Arbeits- und Projektmanagementmethoden. Ziel ist, dass sich jeder Mitarbeiter einbringen kann – egal, ob Führungskraft oder nicht. Das konstante Mitarbeiten aller Teammitglieder steigert die Motivation verglichen mit klassischen Unternehmensstrukturen. Laut Haufe Agilitätsbarometer 2017 lässt sich hier ein direkter Zusammenhang ableiten: Dem klassischen hierarchischen Führungsmodell wird ein negativer Effekt auf den Geschäftserfolg zugeschrieben. Joachim Rotzinger von Haufe erklärt: „Zufriedene Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Und Agilität trägt maßgeblich dazu bei, dass Mitarbeiter ihre Projekte eigenverantwortlich und motiviert umsetzen.“

Wo Unternehmen gerade stehen

Studien zufolge befinden sich Unternehmen erst am Anfang der Digitalen Transformation. Die Definition neuer Organisationsstrukturen stellt vor allem für den Mittelstand eine große Herausforderung dar. Große Unternehmen tun sich etwas leichter: Sie verstehen die Digitalisierung als tiefgreifende Änderung und haben in der Regel bereits eine Digitalisierungs-Strategie formuliert. Oftmals holen sie sich Knowhow von außen oder gehen Kooperationen mit Startups ein. Trotzdem sind klassische Strukturen aufgrund starrer Hierarchien und komplexer Freigabeprozesse schwierig aufzubrechen. Auch ist der „Leidensdruck“ oft noch nicht groß genug, um konsequent und nachhaltig an einer Transformation zu arbeiten.

Im Branchenvergleich ist die IT-/Software-Branche laut einer Studie von Kienbaum führend in Bezug auf eine erfolgreiche digitale Unternehmenskultur. Insbesondere die Schnelllebigkeit der Produkte, hohe Innovationsraten und kurze Produktlebenszyklen fördern die Digitalisierung. So überrascht es nicht, dass die Elektro- und Elektronikindustrie auf Platz zwei landet, gefolgt vom Fahrzeugbau.

Was deutsche Unternehmen unter der Arbeitswelt 4.0 verstehen

Aus den USA kennt man innovative Organisationsstrukturen schon seit Längerem, sei es das Arbeiten im Großraumbüro oder die „Stirn an Stirn mit dem Management-Mentalität“. In Deutschland hingegen verstehen laut einer Deloitte-Studie Unternehmen unter dem Begriff Arbeitswelt 4.0 etwas anderes: Für 64 Prozent steht der Begriff für die Flexibilisierung von Arbeit, für 58 Prozent für lebenslanges Lernen. Nur 13 Prozent verbinden den Begriff Open Space mit der Arbeitswelt der Zukunft.

Die Führungskraft als entscheidender Treiber

Eine zunehmend digitale und vernetzte Organisation bedarf einer besonderen Form des Führens. Das Management muss Rahmenbedingungen und Bühnen schaffen, mit denen sich Innovationen leicht umsetzen lassen. Der Kulturwandel lebt von einem systematischen Transformationsmanagement und Managern, die selbstverantwortliches Arbeiten fördern. So tragen Führungskräfte wesentlich zum Erfolg oder Misserfolg der digitalen Unternehmenskultur bei.

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