Deutschlandweite Markterhebung

Social Media: für viele Systemhäuser ein Eigentor

Auswertungen der Webauftritte von 120 KMU-Systemhäusern und -Dienstleistern durch IQITS haben großen Nachholbedarf in puncto Social Media aufgedeckt.

63 Prozent der Europäer zwischen 16 und 74 Jahren nutzen laut Eurostat soziale Netzwerke. Deutschland hinkt dem Durchschnitt etwas hinterher, doch laut Statista sind immerhin 30 Millionen Deutsche auf Facebook aktiv, neun Millionen auf Instagram.

Man würde also vermuten, dass hiesige KMU-Systemhäuser und -Dienstleister eifrig auf Social Media bauen. Der Umgang damit ist jedoch oft so lustlos, dass er dem Unternehmen eher schadet als hilft, wie erste Analysen von IQITS im Rahmen des Qualitätsindex IT-RX („IT-Reseller Experience“) belegen.

Umfrageergebnisse

Der Status quo in Zahlen: 62 Prozent der bisher untersuchten 120 Systemhäuser im KMU-Markt haben gar keine Social-Media-Kanäle auf ihrer Website, nur gut ein Drittel (38 Prozent) verlinkt auf eigene Social-Media-Profile. Von diesem Drittel haben 93 Prozent eine Facebook-Präsenz – doch jede dritte (37 Prozent) ist veraltet. Noch dürftiger ist die Lage bei Google+ (Nutzung 25 Prozent, 75 Prozent veraltet) und YouTube (Nutzung 20 Prozent, 63 Prozent veraltet).

Zeitmangel dürfte die Hauptursache hierfür sein, kombiniert mit einer Unterschätzung von Social Media, wenn es nicht schnell neue Leads erzeugt. Dabei gibt es im deutschsprachigen Raum zwölf Millionen Nutzer beim B2B-Netzwerk Xing, elf Millionen bei dessen Konkurrent LinkedIn und rund eine Million bei Twitter, dem insbesondere bei PR- und Marketing-Leuten beliebten Kurznachrichtendienst. 43 Prozent der untersuchten Systemhäuser sind auf Xing vertreten, 32 Prozent auf LinkedIn. Hier präsentiert man sich jedoch in aller Regel rein mit Unternehmensinformationen, bemüht sich also nicht um Aufbau und Pflege einer Community. Und 55 Prozent unterhalten Twitter-Kanäle, doch aktuell sind davon gerade einmal 32 Prozent.

IQITS zufolge erweckt ein lückenhafter Social-Media-Auftritt den Eindruck, der Anbieter sei am Austausch mit dem Markt nicht wirklich interessiert. Systemhäuser sollten somit zunächst ermitteln, welche Social-Media-Kanäle für sie relevant sind, und sich diesen dann in dem Maß widmen, das sie mit den vorhandenen Ressourcen dauerhaft stemmen können. Denn im Social Web ist Nichtstun ein Fauxpas, und Nachlässigkeit schädigt den guten Ruf.

Autor: Sarah Böttcher

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