Experton Group und Microsoft

Studie: Digitalisierung erhält einen Schub

Zwar ist der Trend zur Digitalisierung nicht neu, er scheint aber derzeit für immer mehr Branchen und KMU massiv an Bedeutung zu gewinnen. Tatsächlich gerüstet sind jedoch nur wenige.

Viel gesprochen wird gerade in jüngster Zeit über den digitalen Wandel. Immer mehr Branchen und Unternehmen, wie das Gesundheitswesen oder Touristikunternehmen, sehen sich nun mitten in einer der massivsten Veränderung ihrer Geschichte stehen. Denn einer Studie der Experton Group und Microsoft zufolge „führt das fortschreitende digitale Zeitalter zu einem Wandel des bestehenden Verständnisses von Mitarbeitern, Kunden, Kommunikations- und Vertriebskanälen, Geschäftsbeziehungen und damit auch Wertschöpfungsketten“. Die Studienautoren sprechen von einem „überlagernden Trend, der Nummer-eins-Priorität für jeden CIO ist“. Dieser betreffe inzwischen nicht mehr nur die großen sondern Firmen aller Größenklassen, löse die Abgrenzungen zwischen Branchen auf und verändere Wettbewerbsstrukturen. Das ist beispielsweise in der Automobilindustrie der Fall, wo der Anteil von Connectivity und Software am Fahrzeugpreis in den nächsten Jahren einer Kienbaum-Studie zufolge stark steigen soll. Das wiederum könnte IT- und Automobil-Hersteller stärker in Konkurrenz treten lassen.

Stand der Dinge

Noch allerdings haben hierzulande zwei Drittel der Firmen laut der Experton-Microsoft-Studie keine Aktivitäten an den Tag gelegt oder befinden sich in der Orientierungs- und Informationsphase. Nur sechs Prozent der 400 befragten Firmen mit über 250 Mitarbeitern haben schon Projekte umgesetzt. Die Studienautoren warnen mit Blick auf diese Ergebnisse: „Auch wenn es Unternehmen vor große Herausforderungen stellt, das Geschäftsmodell zu ändern, ist es überlebensnotwendig, da die Digitalisierung von Tag zu Tag weiter voranschreitet. Wer auf diesen Zug nicht schnellst möglich aufspringt, läuft Gefahr den Anschluss zu verlieren.“

Herausforderungen

Eine der Herausforderungen ist die IT selbst. Denn nur 23 Prozent der Unternehmen sehen sich mit ihren bestehenden Systemen für den digitalen Wandel und weitere für sie wesentliche Ziele gerüstet, allen voran Umsatzsteigerung, Kostensenkung und Wettbewerbsfähigkeit. Besonders in Firmen mit 250 bis 499 Mitarbeitern herrscht demnach Nachholbedarf bei der IT. Mit Blick auf die Branchen seien der Handel und die Behörden am weitesten von passenden Strukturen entfernt. Den größten Handlungsbedarf sehen die Betriebe darüber hinaus beim Vertrieb, der Kapazitätsauslastung, Produktentwicklung und der IT allgemein, was ITK-Dienstleistern Umsatzpotenzial eröffnet.

Definition und Link zur kompletten Untersuchung

Die Analysten Experton Group und Experten von Microsoft definieren den Begriff „Digitalisierung“ so: „Digitalisierung ist die medienbruchfreie, robuste, sichere und anpassbare Bereitstellung von integrierten ICT-Services mit dem Ziel der Unterstützung möglichst autonom ablaufender, inhaltlich verbundener Geschäftsprozesse.“

Autor: Katrin Hofmann

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