Ricoh-Studie

Technologiekompetenz der Mitarbeiter wird vernachlässigt

Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer würden am Arbeitsplatz mehr digitale Technologien nutzen. Für den effektiven Einsatz fehlen ihnen jedoch die nötigen Kompetenzen.

Einer Studie von Ricoh Europe zufolge wünschen sich mehr als zwei Drittel der Mitarbeiter in Unternehmen mehr Schulungen zu digitalen Technologien. Fast 40 Prozent der 3.600 befragten Arbeitnehmer geben an, dass fehlende Kompetenzen der Grund dafür seien, dass neu eingeführte Technologien nicht optimal eingesetzt werden.

Auch eine aktuelle Studie von Sharp Business Systems und dem Marktforschungsinstitut Censuswide bestätigt den Nachholbedarf. Viele Büroangestellte meiden komplizierte Technik oder dichten ihr teilweise sogar einen Defekt an, um sie nicht weiter nutzen zu müssen. Interne Schulungen würden dieser Situation und den daraus entstehenden Konsequenzen wie Produktivitätsverlust vorbeugen.

Investitionen in Weiterbildungen

67 Prozent wünschen sich, dass Arbeitgeber einen größeren Fokus auf die Weiterbildung legen, während nur 27 Prozent der Meinung sind, dass die Investitionen ihres Unternehmens in dieser Hinsicht angemessen seien.

Javier Diez-Aguirre, VP Corporate Marketing bei Ricoh Europe, sagt dazu: „In Europa gibt es derzeit einen großen Hype um digitales Empowerment und seine Auswirkungen auf die Produktivität. Während künstliche Intelligenz und Automation unsere Art zu arbeiten verändern werden, wird fehlendes Training den Return on Investment drastisch reduzieren. Unternehmen müssen ihr Augenmerk auf den Menschen richten, der die neue Technologie nutzen soll. Keine noch so hohe Investition in die Infrastruktur wird einem Unternehmen nutzen, das seine Mitarbeiter nicht dazu ermutigt, die entsprechende Technologiekompetenz zu entwickeln.“

Fehlende Kompetenzen

Bezeichnenderweise geben 34 Prozent der Arbeitnehmer an, nach wie vor den Eindruck zu haben, für die effektive Nutzung verbreiteter Software- und Hardware-Lösungen – wie etwa Microsoft Office, multifunktionale Drucker und PCs – nicht ausreichend vorbereitet zu sein, ganz zu schweigen von neueren Technologien wie komplexen Lösungen für die Prozessautomation.

Außerdem gibt es Befürchtungen im Hinblick auf eine wachsende Generationenlücke: 70 Prozent stimmen zu, dass jüngere Mitarbeiter sich für die Arbeit mit neueren Technologietypen besser eignen. In der Konsequenz fürchten 33 Prozent der Arbeitnehmer, bald ihren Job zu verlieren.

Diez-Aguirre fügt hinzu: „Trotz der Schlagzeilen, dass Roboter bald die ganze Arbeit machen werden, sehen die Arbeitnehmer in Europa Technologien als einen Weg, qualifiziertere Arbeit zu leisten. Sie betrachten sie nicht als etwas, das sie ersetzen wird. Dennoch reicht es nicht aus, nur das Selbstvertrauen der Mitarbeiter bei der Nutzung neuer Technologien zu stärken. Für die erfolgreiche Einführung und Umsetzung digitaler Arbeitsplätze sind unterschiedliche Fähigkeiten und Kompetenzen nötig, und verschiedene Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden. Die Einbeziehung der Arbeitnehmer ist hier bei jedem Schritt unerlässlich.“

Autor: Sarah Böttcher

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