GfK-Konsumklimastudie

Trump und Brexit trüben das Konsumklima nicht

Laut dem Marktforschungsunternehmen GfK hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland im April deutlich verbessert. Die deutschen Konsumenten sehen ihre eigene Wirtschaft weiterhin auf einem guten Weg.

Der spürbare Anstieg der Konjunkturerwartung im April zeigt, dass die Verbraucher in Deutschland der heimischen Wirtschaft in den kommenden Monaten positiv entgegensehen. Der zunehmende Konjunkturoptimismus sowie ein moderaterer Anstieg der Preise sorgen außerdem dafür, dass auch die Einkommensaussichten der Bundesbürger deutlich zunehmen. Entsprechend kann auch die Anschaffungsneigung um rund fünf Zähler zulegen. Für den Monat Mai wird von der GfK für das Konsumklima folglich ein deutlicher Sprung nach oben auf 10,2 Punkte prognostiziert.

Konjunkturerwartung

In Bezug auf ihre Konjunkturaussichten sind die deutschen Verbraucher nach einer kurzen Schwächephase im Februar wieder deutlich positiver gestimmt. Der Indikator legt zum zweiten Mal in Folge zu und verzeichnet ein Plus von 12,4 Zählern auf 30,5 Punkte. Dies ist der höchste Wert seit knapp zwei Jahren, so die GfK.

Trotz der Verunsicherung über den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs des neuen amerikanischen Präsidenten und die nun beginnenden Brexit-Verhandlungen sehen die deutschen Konsumenten ihre eigene Wirtschaft weiterhin auf einem guten Weg. Der moderate Aufschwung wird sich weiter verfestigen. Dies zeigt sich auch an der sehr guten Beschäftigungssituation, die sich nach Aussagen nahezu aller Experten in diesem Jahr noch weiter verbessern wird.

Bestätigt werden die Verbraucher in ihren Erwartungen durch die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, die ihre kürzlich gemeinsam veröffentlichte Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt gegenüber der Prognose vom Herbst letzten Jahres leicht angehoben haben. Sie gehen nun von einem Zuwachs von 1,5 Prozent (statt 1,4 Prozent) aus.

Einkommensaussichten

Der wachsende Konjunkturoptimismus sorgt in diesem Monat auch für deutlich zunehmende Einkommensaussichten. Mit einem Plus von 14,1 Zählern kann der Einkommensindikator sein ohnehin gutes Niveau noch einmal spürbar verbessern. Aktuell weist er 57,5 Zähler auf und liegt damit exakt auf dem Stand des Vorjahres.

Neben den steigenden Konjunkturerwartungen hat die Einkommensstimmung offenbar auch einen Schub durch die geringere Inflation erhalten. So sank die Preissteigerungsrate im März auf 1,6 Prozent, nachdem im Januar und Februar dieses Jahres noch Werte von 1,9 beziehungsweise 2,2 Prozent gemessen wurden. Moderatere Inflationsraten stabilisieren die Kaufkraft der Einkommen, so dass auch mehr Geld für größere Anschaffungen zur Verfügung steht, erklärt die GfK.

Anschaffungsneigung

Auch die Anschaffungsneigung legt weiter zu. Der Indikator gewinnt 4,7 Punkte auf 60,2 Zähler. Ähnlich wie die Konjunkturerwartung klettert die Konsumneigung damit auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Im Mai 2015 wurden sogar 62,6 Punkte gemessen.

Die Anschaffungsneigung profitiert laut der GfK in diesem Monat in erster Linie von den ausgesprochen guten Konjunkturaussichten. Arbeitnehmer, die aufgrund der exzellenten Beschäftigungssituation von einer großen Arbeitsplatzsicherheit ausgehen, würden eher bereit sein, bei Anschaffungen auch finanziell ein größeres Risiko einzugehen. Wenn der Job auf absehbare Zeit nicht in Gefahr sei, steige die Bereitschaft der Verbraucher, auch größere und gegebenenfalls kreditfinanzierte Anschaffungen zu tätigen.

Konsumklima

Nach 9,8 Zählern im April prognostiziert die GfK für Mai einen Anstieg auf 10,2 Punkte. Nach zwei Rückgängen in Folge kann die Konsumstimmung in Deutschland demnach wieder zulegen.

Damit hat sich auch die im Vormonat von der GfK geäußerte Einschätzung bestätigt, dass sich das Konsumklima in den Monaten März und April im Fall einer sinkenden Inflation wieder erholt. Die bereits im März gesunkene Inflation hat sich im April entsprechend positiv auf die Verbraucherstimmung ausgewirkt. Denn trotz einer Vereinbarung der Ölproduzenten, die Ölförderung zu drosseln, kamen im März die Rohölpreise wieder unter Druck. Eine Ursache ist die Wiederaufnahme beziehungsweise Ausweitung des Frackings in den USA, die ein größeres Angebot auf dem Weltölmarkt zur Folge hat, erklären die Marktforscher von der GfK.

Darüber hinaus sei der überaus stabile Arbeitsmarkt eine verlässliche und starke Stütze des Konsumklimas und damit der Binnenkonjunktur. Folglich bestätigt GfK seine zu Jahresbeginn getätigte Konsumprognose von 1,5 Prozent für 2017.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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