Studie der Cornell University

Unglückliche Entwickler – schlechter Code

Was sind die Konsequenzen, wenn Entwickler unglücklich sind? Diese für alle Manager im Bereich IT-Entwicklung interessante Frage haben Forscher der Universitäten Stuttgart, Trondheim, Helsinki und Bozen gestellt. Die Antwort gibt es in Form einer Studie bei arXiv.org.

Die arXiv-Studie wertet 181 Fragebögen aus, die über GitHub (webbasierter Online-Dienst) an Entwickler verteilt wurden; darunter 78 Prozent professionelle Entwickler, 13 Prozent in Rollen wie Researcher oder Manager und neun Prozent Studenten und Unbeschäftigte. Die Befragten waren im Schnitt 34 Jahre alt und konnten auf 8,22 Jahre Entwicklungspraxis verweisen.

Im Endergebnis konnten die Forscher in den offenen Fragen 249 Codes/Formulierungen finden, die auf Konsequenzen des Unglücklichseins hindeuten. Diese wurden in 49 Arten und diverse Subgruppen unterteilt. Die kompletten Ergebnisse stehen als Open Data zur Verfügung, die Studie selbst gibt es wie eingangs verlinkt als Dreiseiter sowie als Sechseiter.

Die wichtigsten Konsequenzen sind dabei nicht unbedingt überraschend, für Personalverantwortliche jedoch äußerst wertvoll. Grundsätzlich unterscheiden die Autoren zwischen internen und externen Konsequenzen. Die häufigste Form im inneren, auf den Entwickler selbst bezogenen Bereich, ist demnach eine niedrige kognitive Performance – der Mitarbeiter verliert den Fokus. Es folgen leichte Depressionen und niedrige Motivation, die üblichen Burnout-Symptome.

Aus Sicht der Firmen scheinen die externen Folgen häufig deutlich relevanter – und hier steht an erster Stelle eine verminderte Produktivität. Es soll Entwicklern schlicht schwerer fallen, unter derartigen Umständen (passable) Lösungen zu finden. Der logische Platz 2 geht an „Verzögerung“, unter anderem, weil Prozesse nicht mehr optimal laufen.

In die gleiche Richtung geht auch der dritte Aspekt: Entwickler scheinen häufiger von etablierten Vorgehensweisen abzuweichen, Abkürzungen zu suchen oder faule Kompromisse einzugehen, um sich von den unangenehmen Aufgaben schnellstmöglich abzuwenden.

All diese Konsequenzen münden letztlich in schlechtem Code – und in Extremfällen dazu, dass die befragten Entwickler den entsprechenden Code oder gar das ganze Projekt gelöscht haben; immerhin, um mit sauberem Code neu anzufangen.

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