Lünendonk-Studie

Unternehmen werden digitaler

Unternehmen kommen laut einer Lünendonk-Studie mit der Digitalen Transformation voran und investieren stark in digitale Geschäftsmodelle.

Die Lünendonk-Studie „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ hat in Hinblick auf die Digitale Transformation ergeben, dass 65 Prozent der befragten Unternehmen der „Optimierung der Prozesse durch Vernetzung, Automatisierung und Standardisierung“ eine hohe Relevanz zuschreiben. Fast genauso viele Unternehmen arbeiten in diesem und im kommenden Jahr parallel dazu an der „Verbesserung der Customer Journey durch den Einsatz von Data Analytics“ sowie der „Entwicklung und Umsetzung von Produkt- und Service-Innovationen“.

Hohe Investitionen in Cloud-Plattformen

Ein besonderes Augenmerk der befragten Unternehmen liegt im Aufbau von Cloud-Plattformen, Smart Home oder der Vernetzung von Fahrzeugen. 42 Prozent der befragten Kundenunternehmen planen, 2017 und 2018 massiv in den „Aufbau von Plattformen für die Entwicklung und Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle“ zu investieren.

„Ein Großteil der Unternehmen befindet sich derzeit in den Phasen der Konzeption beziehungsweise dem Bau und der Erprobung von Prototypen. Denn nur 27 Prozent der Unternehmen planen aktuell mit Hilfe von Cloud-Plattformen die Vernetzung von Kooperationspartnern zu Ökosystemen“, beschreibt Mario Zillmann, Partner von Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor, die digitale Reife der untersuchten Unternehmen. Die technischen Voraussetzungen dafür seien in den meisten Unternehmen bereits geschaffen.

Anstieg der IT-Budgets

Da die Mehrzahl der Unternehmen bei ihrer Digitalisierung einen Mix aus On-Premises-Lösungen und Cloud-Sourcing nutzt und beide Sourcing-Varianten kombinieren muss, steigt der Bedarf an Systemintegration und IT-Architektur für hybride Cloud-Modelle. Folglich plant mehr als jedes zweite der von Lünendonk befragten 103 Kundenunternehmen, das Budget für IT-Beratung und Systemintegration zu erhöhen. 47 Prozent planen eine Erhöhung um bis zu fünf Prozent, während sieben Prozent der Unternehmen über zehn Prozent mehr für IT-Beratung und Systemintegration ausgeben wollen. Weitere 30 Prozent planen mit gleich hohen Ausgaben wie im Vorjahr.

Aber auch für die Anwendungsentwicklung geben die befragten Unternehmen 2017/2018 mehr Geld aus. 24 Prozent rechnen mit Mehrausgaben von über fünf Prozent für die Entwicklung neuer Anwendungen wie digitale Features für bestehende Produkte (Mehrwert-Services) oder für Software zur Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. 38 Prozent der Unternehmen erhöhen ihre Ausgaben um bis zu fünf Prozent.

„Gerade Industrieunternehmen sowie Logistiker investieren derzeit sehr stark in die Entwicklung von Software-Lösungen für IoT-Anwendungen (Internet of Things), um beispielsweise Maschinen, Anlagen und Transportgüter über Sensoren an Cloud-Plattformen anzubinden und zu überwachen“, so Zillmann.

Digital Customer Experience

Einen sehr wichtigen Aspekt bei der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen und Prozessverbesserungen stellt Lünendonk zufolge die User Experience dar. Daraus ergibt sich bei 41 Prozent der befragten Unternehmen ein Investitionsschwerpunkt in Projekte zur Analyse des Kundenverhaltens, zur Neugestaltung der digitalen Customer Journey und dem modernen und intuitiven Design von Webseiten und Apps. Ebenfalls für digitale Geschäftsmodelle zwei sehr wichtige Investitionsschwerpunkte stellen 2017/2018 die „Automatisierung von Geschäftsprozessen“ und „IT-Security“ dar.

„Durch Automatisierung versprechen sich die Unternehmen medienbruchfreie Prozesse in der Kundeninteraktion und damit ein besseres Kundenerlebnis. Daneben bereitet aber der Schutz der kundenbezogenen Daten vor dem Hintergrund der ab Mai 2018 gültigen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) vielen Unternehmen sehr große Sorgen. Da digitale Geschäftsmodelle aber vor allem auf der Sammlung und Analyse von Daten basieren, haben die Unternehmen in den nächsten Monaten einen enormen Handlungsdruck“, sagt Zillmann.

Zur Studie

Für die Lünendonk-Studie „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ wurden über 90 Anbieterunternehmen und 103 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt.

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