Wachstumsschub von 82 Milliarden Euro möglich

Wachsende Wirtschaft durch Digitalisierung

Die Studie „Digital Disruption: the Growth Multiplier“ von Accenture zeigt, dass die Digitalisierung ein wichtiger Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung ist.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland könnte bis 2020 um zusätzlich 82 Milliarden Euro steigen, wenn die Unternehmen den Aufbau von digitalen Fähigkeiten bei den Arbeitnehmern und die Nutzung digitaler Technologien weiter vorantreiben. Das hat die Studie „Digital Disruption: the Growth Multiplier“ des Dienstleistungsunternehmens Accenture ergeben. Die Weltwirtschaft könnte demnach durch einen stärkeren Fokus der Unternehmen auf die Digitalisierung sogar um 1,83 Billionen Euro zusätzlich wachsen. Außerdem ist der Studie zufolge die Digitalisierung bereits heute ein wichtiger Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung: Mehr als ein Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts hängt direkt oder indirekt von digitalen Fähigkeiten der Arbeitnehmer, in Digital investiertes Kapital, oder digitalen Gütern und Dienstleistungen ab.

Wirtschaftsleistung

22 Prozent der gesamten globalen Wirtschaftsleistung gehen laut der Studie auf den Einsatz von digitalen Fähigkeiten, digitalen Technologien und Kapital, das in digitale Aktivitäten investiert ist, zurück. Die USA haben im weltweiten Vergleich die Volkswirtschaft mit dem höchsten digitalen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung. Dort machen Investitionen im digitalen Bereich etwa ein Drittel (33 Prozent) der Wirtschaftsleistung des Landes aus. In Deutschland hängen 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts direkt oder indirekt von der Digitalisierung ab, womit es unter den elf untersuchten Ländern an fünfter Stelle steht.

Während in den USA 43 Prozent der Arbeitnehmer und 26 Prozent des akkumulierten Kapitals zur weiteren Digitalisierung der Wirtschaft beitragen, sind es in Deutschland 41 Prozent beziehungsweise 18 Prozent. In den anderen untersuchten Ländern macht der digitale Anteil an der Wirtschaftsleistung zwischen 30 Prozent – wie in Großbritannien und Australien – und 13 Prozent aus, wie etwa in China.

„Die deutschen Unternehmen haben den großen Nutzen der Digitalisierung für ihre globale Wettbewerbsfähigkeit erkannt. Die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, ob wir auch im digitalen Zeitalter eine der führenden Wirtschaftsnationen bleiben werden”, sagt Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung Accenture Deutschland. „Die Unternehmen müssen jetzt alles daran setzen, digitale Fähigkeiten der Arbeitnehmer und digitale Technologien zu nutzen, um völlig neue Geschäftsmodelle aufzubauen anstatt diese nur als Mittel zur Effizienzsteigerung zu nutzen. Dafür braucht es nicht einfach nur mehr Investitionen in die Digitalisierung. Um den größten unternehmerischen Nutzen zu erzielen, ist vielmehr ein Wandel der Unternehmenskultur und der entsprechenden Strukturen auf breiter Ebene nötig.”

Die Studie zeigt auch, in welchen Bereichen der Digitalisierung die Volkswirtschaften ansetzen müssen, um das größtmögliche Wachstum zu erzielen. Während Deutschland bei den sogenannten Beschleunigern – also Regulierung, Zugang zu Kapital oder Infrastruktur – gut dasteht, hat die deutsche Wirtschaft insbesondere bei der Vermittlung von digitalen Fähigkeiten an die Arbeitnehmer noch Nachholbedarf. Allein durch weitere Investitionen in diesem Bereich könnte Deutschland bereits die Hälfte des prognostizierten Wachstumspotenzials von 82 Milliarden Euro erreichen. Die stärkere Nutzung von digitalen Technologien wie Cloud Computing oder Analytics würde laut Studie 40 Prozent des bis 2020 zusätzlich durch Digitalisierung erwirtschafteten BIP ausmachen.

Plattformgeschäftsmodelle

Im Aufbau von Plattformgeschäftsmodellen liegt laut der Studie eine der größten Chancen für zusätzliches Wachstum im digitalen Bereich. Diese ermöglichen es Unternehmen, neue Märkte zu schaffen und bisher versteckte Wertschöpfungspotenziale durch die Vernetzung von Partnern und Verbrauchern über eine gemeinsame digitale Plattform zu heben. In vielen Fällen profitiert der Betreiber der Plattform von starkem Wachstum, während er keinerlei Verbindlichkeiten durch den Besitz oder das Management von Sachwerten hat. Dadurch ist auch eine Expansion mit geringen zusätzlichen Kosten möglich.

Autor: Heidemarie Schuster

(c)2016 Vogel Business Media

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Business Media. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.