Gartner-Prognose zu Wearables

Wachstum mit Wearables

Dem Geschäft mit Wearables bescheinigt Gartner kräftige Wachstumsraten. Weltweit werden dieses Jahr in Summe etwa 225 Millionen Einheiten über die Ladentische gewandert sein. Das Segment der Smartwatches soll relativ stabil bleiben.

Etwa jeder dritte Deutsche nutzt derzeit einen Fitnesstracker, um seine Gesundheitsdaten aufzuzeichnen. Im Prinzip gibt es also noch viel Luft nach oben für den Verkauf der smarten Armbänder. Die Analysten von Gartner prognostizieren aber auch den anderen Wearable-Kategorien steiles Wachstum. Neben den Fitnesstrackern in Sportuhren und -armbändern, von denen dieses Jahr zusammen weltweit 58 Millionen Einheiten verkauft werden, zählt Gartner zu den Wearables auch so genannte „Ear-Worn Devices”, wie Apple AirPods oder Samsungs IconX, „Head-mounted Displays“ für Augmented- oder Virtual-Reality-Einsätze in Unternehmen, smarte Kleidung und Smartwatches.

Smartwatches am Zenit

Während dieses Jahr weltweit noch knapp 179 Millionen Wearables ausgeliefert werden, sollen es kommendes Jahr bereits 225 Millionen sein. Das entspräche einem Anstieg von 25,8 Prozent. 42 Milliarden US-Dollar werden die Konsumenten voraussichtlich dafür hinblättern. Allein auf die Smartwatches entfallen hierbei rund 16,2 Milliarden US-Dollar. Im Smartwatch-Markt sehen die Analysten einen unterstützenden Effekt durch die Apple-Strategie, den durchschnittlichen Verkaufspreis relativ lange auf hohem Niveau zu halten. Alan Antin, Senior Director bei Gartner: „Preiswertere Wettbewerber und höhere Stückzahlen könnten zu einer Senkung der Herstellungs- und Komponentenkosten führen. Starke Marken wie Apple und traditionelle Uhrenmarken werden allerdings versuchen, die Preise stabil zu halten.“

Bei einer für 2019 erwarteten Stückzahl von rund 74 Millionen verkaufter Geräte bilden Smartwatches damit das Top-Marktsegment unter den Wearables. Diesen Rang werden ihnen aber in den nächsten Jahren anderen Gerätekategorien abgelaufen haben. So wird sich laut Gartner der Absatz in Stückzahlen bei den „Ear-Worn Devices” in den kommenden drei Jahren mehr als verdreifachen und damit den der Smartwatches deutlich überflügeln. Auf der Ausgabenseite wird das den „Head-mounted Displays“ bereits zwei Jahre früher gelingen: Von knapp sieben Millionen US-Dollar im Jahr 2017 wird sich ihr Umsatz bis 2020 auf rund 29 Millionen US-Dollar mehr als vervierfachen.

Wearables in Deutschland

Auf den deutschen Markt heruntergebrochen zeigt sich die Entwicklung etwas verhaltener. Laut Statista beträgt hier der Umsatz für Wearables dieses Jahr etwa 370 Millionen Euro. In fünf Jahren, so die Marktbeobachter, wird das Umsatzvolumen etwa 421 Millionen Euro erreicht haben, was dann einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 2,7 Prozent entspräche. Allerdings fasst Statista den Wearable-Markt enger als Gartner. Betrachtet werden hier ausschließlich Geräte, die explizit für den Fitnessgebrauch bestimmt sind. Dazu gehören „Smart Clothes“, aber auch „Eyewear“ wie smarte Sportbrillen. Weil Smartwatches nicht als dezidierte Fitness-Geräte begriffen werden, sind sie in den Berechnungen von Statista ausgeklammert. Fitness- und Ernährungsapps zum Tracken und Analysieren von Vitalitäts- und Fitnesswerten sind dem boomenden Hardware-Markt gegenüber auf dem absteigenden Ast.

Bitte beachten Sie

Die Beiträge in der Rubrik "Trends und Innovationen" sind Inhalte unseres Medienpartners Vogel Communications Group GmbH & Co. KG. Sie spiegeln nicht unbedingt die Meinung von DATEV wider.