Konjunktur

Wirtschaftsleistung in Deutschland bricht erwartbar ein

Während der Corona-Schließungen ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 16 % eingebrochen. Das ergibt eine Auswertung der Ifo-Umfragen im April.

In die Schätzung flossen die Angaben der Unternehmen zur Kapazitätsauslastung im Januar und April sowie die tatsächliche und erwartete Veränderung der Umsätze im ersten und zweiten Vierteljahr ein. Befragt wurden etwa 8800 Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

"Damit dürfte das Bruttoinlandsprodukt bereits im ersten Vierteljahr um 1,9 % gesunken sein und dann im zweiten um 12,2 % einbrechen", erwartet Timo Wollmershäuser, Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen. "Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 6,6 % schrumpfen; berücksichtigt man die vergleichsweise vielen Arbeitstage, verringert sich der Rückgang auf 6,2 %."

Das Ifo-Institut geht davon aus, dass Deutschland erst Ende 2021 wieder den Zustand vor Corona erreichen kann. Nach Ende der Schließungen würden sich die einzelnen Branchen voraussichtlich in sehr unterschiedlichem Tempo erholen. Ein wichtiger Faktor seien dabei die Beschränkungen, die seit März gelten und nur langsam ab Ende April aufgehoben werden.

"Im verarbeitenden Gewerbe dürfte die Wertschöpfung ihr Vorkrisenniveau in einem Jahr wieder erreichen", so Wollmershäuser. "Entsprechend werden ab dem dritten Vierteljahr alle Wirtschaftszweige zwar wieder Zuwächse verbuchen können. Diese werden aber deutlich geringer ausfallen als der Rückgang in der ersten Jahreshälfte."

Bei alledem ist unterstellt, dass das Coronavirus in den kommenden Monaten zwar nicht besiegt werden kann, seine Ausbreitung aber eingedämmt und eine zweite Infektionswelle vermieden wird. Auch nimmt das Ifo-Institut für seine Prognosen an, dass es zu keiner Insolvenzwelle kommt, weder in Deutschland noch auf seinen Absatz- und Beschaffungsmärkten.

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