Systemhäuser und der Fachkräftemangel

Zufriedenheit entscheidet über Arbeitsplatzwahl

Kleine Systemhäuser haben in Zeiten des Fachkräftemangels oft das Nachsehen. Ein attraktives Betriebsklima und digitale Arbeitsplätze können laut dem Marktforschungs- und Beratungshaus IQITS Abhilfe schaffen.

Insbesondere abseits der Ballungszentren tun sich IT-Dienstleister zunehmend schwer, geeignete Fachkräfte zu finden und zu halten. Die Systemhäuser müssen sich deshalb umso mehr bemühen, für Mitarbeiter und Bewerber attraktiver zu sein. Es gilt, trotz Standortnachteilen und Projektstress ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen und dies auch zu kommunizieren – Stichwort: Employer Branding.

Der Fachkräftemangel in der IT-Branche ist akut. So stuften 70 Prozent der vom Ponemon Institute befragten CIOs und Security-Experten den Mangel an kompetentem Personal als größtes Sicherheitsrisiko ein. „Am schwersten trifft der Fachkräftemangel IT-Dienstleister auf dem Land“, berichtet das Marktforschungs- und Beratungshaus IQITS. „Denn hochqualifizierte junge Leute zieht es in die Stadt, wo unter anderem attraktivere Jobs und das Nachtleben locken.“

Wie sollten Systemhäuser jenseits der Metropolen dem Personalmangel begegnen? IQITS empfiehlt hier ein dreigleisiges Vorgehen. „Erstens: Das Gehalt muss stimmen – soweit das für ein kleines Systemhaus machbar ist. Eine Umfrage in der Wirtschaftswoche hat jüngst belegt, dass die Bezahlung auch für die Generationen X und Y der wichtigste Faktor ist.“

Hier sitzt ein kleines Systemhaus aber gegenüber den Branchengrößen am kürzeren Hebel. „Deshalb zählt der zweite Punkt besonders: ein hervorragendes Betriebsklima“, erläutert das Marktforschungsunternehmen. „Abwechslung und ein sicherer Arbeitsplatz liegen für ‚Gen X und Y‘ auf Platz 2 und 3 – da kann auch ein kleiner, ländlicher IT-Dienstleister punkten.“ Schließlich möchte der Neue nicht einfach ein Rädchen im Getriebe sein. Laut einer Forbes-Studie sind Unternehmen beliebt, die digitale Arbeitsplätze bieten. Hier können Systemhäuser mit modernen Devices und Home-Office-Tagen glänzen, so IQITS.

Der dritte Teil der Strategie ist IQITS zufolge, die Vorzüge des eigenen Betriebs nach außen zu tragen: „Qualifizierte Bewerber wissen heute über Plattformen wie kununu genau, wie sie einen Arbeitgeber einzuschätzen haben. Systemhäuser müssen deshalb Employer Branding betreiben, also ihre Unternehmensvorteile aktiv vermarkten.“ Dies dürfe sich nicht auf die Lokalpresse und die eigene Website beschränken, sondern müsse auch auf Jobportalen sowie in Social Media stattfinden: „Anders erreichen Sie junge Talente längst nicht mehr.“

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