Pressemeldung

Open source der elektronischen Finanzkommunikation

DATEV: XBRL wird mit Start der E-Bilanz zum Standard

Nürnberg, 05. März 2012: Das eReporting-Format XBRL (eXtensible Business Reporting Language) wird mit der Einführung der E-Bilanz auch im deutschen Mittelstand zum Standard für die elektronische Finanzberichterstattung werden. Das erwartet der IT-Dienstleister DATEV eG, der erstmals vor zehn Jahren in seinen Finanzbuchführungsprogrammen eine XBRL-Export-Schnittstelle zur Verfügung gestellt hat. Aufbauend auf der Internet-Sprache XML (eXtensible Markup Language) zielt XBRL darauf ab, eine plattformübergreifende Austausch-, Interpretations- und Darstellungsgrundlage für finanzielle und nichtfinanzielle Unternehmensinformationen für verschiedene Rechnungslegungsnormen (z. B. HGB; IAS/IFRS US-GAAP) zu bilden und damit die Sprachverwirrung bei der technischen Verarbeitung von Finanzdaten, insbesondere Jahresabschlussdaten, zu beenden.

"Trotz der weit vorangeschrittenen Digitalisierung in fast allen Lebensbereichen stößt der Austausch von Unternehmens- und Finanzdaten immer noch dort an Grenzen, wo diese in verschiedenen IT-Systemen verarbeitet werden sollen", berichtet Lars Meyer-Pries, bei der DATEV Entwicklungsleiter für die Rechnungswesen-Programme. In der Vergangenheit entwickelte Formate, die die Abgabe und Aufnahme der Daten an diesen Schnittstellen erleichtern bzw. rationalisieren sollten, hätten weder national noch international mit den wachsenden Anforderungen der Finanzwelt mithalten können. Auch heutzutage müssten Daten häufig noch umständlich manuell erfasst oder zugeordnet werden. "Mit XBRL wird sich dies langsam aber sicher ändern", so Meyer-Pries.

XBRL funktioniert weltweit und plattformübergreifend

Ein Argument für XBRL ist die Tatsache, dass die Sprache bzw. Spezifikation als offener Standard für jedermann frei erhältlich und verwendbar ist. Zudem wird XBRL von internationalen und nationalen Non-Profit-Organisationen weiterentwickelt, in Deutschland vom XBRL Deutschland e.V., in dem neben vielen anderen Unternehmen und Organisationen die Bundessteuerberaterkammer, das Institut der Wirtschaftsprüfer und die DATEV eG vertreten sind.

In XBRL lassen sich mit Hilfe von Taxonomien, das heißt eindeutig fachlich-technischen Strukturen und Beschreibungen von Daten in einem Klassifikationssystem, Finanzinformationen weltweit und plattformübergreifend klar definieren. Die verschiedenen Positionen von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung können damit ohne komplizierte Zuordnungsvorschriften automatisiert in die eigenen IT-Systeme importiert und weiterverarbeitet werden, etwa für Analyse-, Rating- oder Benchmark-Zwecke. Beispielsweise wird der Wert des Jahresumsatzes einer bestimmten Periode dann in jeder Software, die XBRL nutzt, eindeutig erkannt - ganz ohne manuelle Eingriffe.

DATEV für die Datenübermittlung im XBRL-Format nutzen

Der Nutzen eines solchen Standards insbesondere für die Kommunikation mit Kreditinstituten und Kapitalgebern liegt auf der Hand. Zu den größten und bekanntesten XBRL-Projekten weltweit gehört die Einführung von XBRL als Einreichungsformat bei der amerikanischen Wertpapieraufsicht SEC. In Deutschland wurde vor allem mit der Einführung von XBRL als optionales Einreichungsformat beim elektronischen Bundesanzeiger für die Offenlegung nach EHUG vor vier Jahren XBRL als Massendatenformat etabliert. Allein über DATEV-Software wurden bis Ende 2011 über 2,3 Mio. Jahresabschlüsse in XBRL zur Offenlegung eingereicht. Mit dem Start des E-Bilanz-Reportings an die Finanzverwaltung müssen alle bilanzierenden Unternehmen in Deutschland spätestens ihre Abschlüsse des Jahres 2013 (mit wenigen Übergangsregelungen) verpflichtend in XBRL einreichen. Dieses Reporting für steuerliche Zwecke basiert auf der sogenannten E-Bilanz-Taxonomie.

In einer modernen Finanzbuchführungs- und Abschlusserstellungssoftware kann die Zuordnung der Konten und Positionen auf die XBRL-Taxonomie im Hintergrund der Anwendung erfolgen. Der eigentliche Buchungs- oder Abschlusserstellungsprozess ändert sich dadurch nicht. Zur Vorbereitung der E-Bilanz sollten Unternehmen allerdings aktiv werden. Denn durch den von den Finanzbehörden geforderten Mindestumfang der E-Bilanz ist es häufig erforderlich, das unterjährige Buchungsverhalten, bezogen auf Kontierungsrichtlinien und vorgelagerte Erfassungssysteme, unter die Lupe zu nehmen. Hier gilt es, rechtzeitig das Gespräch mit dem Steuerberater zu suchen.

Die eigentliche Übermittlung der E-Bilanz im XBRL-Format an die gewünschten Empfänger erledigt für Anwender von DATEV-Programmen, egal ob beim Steuerberater oder im Unternehmen, dann das Rechenzentrum des Nürnberger IT-Dienstleisters. Wie bereits für Steuererklärungen oder die Offenlegung bietet die DATEV damit einen sicheren Übertragungsweg, der höchste Standards bei Datenschutz und -sicherheit gewährleistet. Auch die Archivierung der Daten übernimmt die Genossenschaft.