Pressemeldung

"Zufriedenheit sieht anders aus"

DATEV äußert sich zu den geplanten neuen Regeln für die elektronische Buchführung (GoBD)

Nürnberg, 11. Juli 2014: Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) wird voraussichtlich noch im Sommer die künftigen Regeln für die elektronische Buchführung und den Datenzugriff in Unternehmen festlegen. "Die so genannten GoBD werden nach derzeitigem Stand zahlreiche Verschärfungen mit sich bringen", warnt Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender der DATEV eG, anlässlich der Jahrespressekonferenz des IT-Dienstleisters. "Und mangels Übergangsregelungen würden die neuen Vorgaben nach der Veröffentlichung unmittelbar Geltung erlangen." Die GoBD dürften in den kommenden Jahren nicht nur IT-Dienstleister und Steuerberater beschäftigen, sondern auch Unternehmen.

Die DATEV hatte sich in Form von praxisnahen Verbesserungsvorschlägen und konstruktiver Kritik in die Überarbeitung der aus dem Jahr 1995 stammenden "Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS)" eingebracht. Tatsächlich konnten einige wenige Zugeständnisse der Finanzverwaltung in den vergangenen Gesprächen und Verhandlungsrunden erreicht werden. In der derzeit bekannten Entwurfsversion vom April 2014 der "Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff", so die vollumfängliche Bezeichnung der geplanten neuen Vorgaben des BMF, ist beispielsweise keine Kontierung auf dem Beleg mehr vorgesehen, die schon rein technisch und angesichts der Forderung nach der Unveränderbarkeit der elektronischen Belege völlig aus der Zeit gefallen wäre. Ebenfalls verschwunden ist die Aufbewahrungspflicht von E-Mails, wenn diesen nur Transportfunktion im Sinne des klassischen Briefumschlags zukommt.

Erfassung von Belegen innerhalb von zehn Tagen

Erfreulich ist zudem, dass die GoBD nach derzeitigem Stand eindeutig festhalten, dass eingescannte Papierbelege bei verlässlicher Dokumentation der entsprechenden Verfahren vernichtet werden dürfen, soweit nicht anderweitige Bestimmungen dagegen stehen. Damit bekommen die Ergebnisse der Simulationsstudie zum Ersetzenden Scannen, die DATEV im Herbst 2013 zusammen mit dem Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Kassel durchgeführt hat, zusätzliches Gewicht.

"Doch es bleibt ein großes Aber", so Kempf. "Die zahlreichen Verschärfungen machen umfangreiche Anpassungen und Änderungen beim Buchführungs- bzw. Steuerpflichtigen, seinem steuerlichen Berater und den eingesetzten IT-Systemen notwendig, etwa bei der Unveränderbarkeit, der Historisierung und der Aufbewahrung von Stamm- und Finanzbuchführungsdaten." Beispielsweise fordern die GoBD, dass unbare Geschäftsvorfälle zügig buchhalterisch zu erfassen sind. Auf der sicheren Seite sind demnach Unternehmen nur, wenn dies innerhalb von zehn Tagen geschieht. Allein diese Regelung dürfte in vielen Unternehmen und Kanzleien eine neue Gestaltung der Prozesse rund um Ein- und Ausgangsrechnungen nötig machen.

Der Vorstandsvorsitzende der DATEV geht davon aus, dass es zu dem vorliegenden Entwurf keine wesentlichen Veränderungen mehr geben wird. "Zufriedenheit sieht also anders aus", so Kempf. Das Augenmerk der DATEV werde daher jetzt auf der Erarbeitung operativer Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Normen in den DATEV-Lösungen und in der Aufklärungsarbeit bei den Mitgliedern der Genossenschaft liegen.

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DATEV eG

Claudia Specht, Telefon +49 911 319-1450, claudia.specht@datev.de