DATEV mit Rückenwind auf dem Weg in die digitale Zukunft

IT-Dienstleister transformiert seine Kunden und sich selbst

Nürnberg, 07. Juli 2017: Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung sind die wesentlichen Felder, in denen die DATEV eG ihre Mitglieder und deren Kunden bei der anstehenden digitalen Transformation unterstützt. Dazu baut die Genossenschaft ihr Portfolio entlang der Leitlinien des Strategiepakets „DATEV 2025“ aus. Ein Jahr nach dessen Vorstellung zog der Vorstandsvorsitzende Dr. Robert Mayr ein positives Resümee über die bisherige Entwicklung.

„Als berufsständischer IT-Dienstleister bieten wir die passgenauen Lösungen, die unsere Mitglieder auf dem Weg in die digitale Zukunft benötigen“, so Mayr. „Unsere erfreuliche Geschäftsentwicklung 2016 und im ersten Halbjahr 2017 belegt, dass wir mit unserem Kurs auf dem richtigen Weg sind.“ Aufbauend auf einem positiven Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2017 treibt das Unternehmen auch den eigenen Weg in die digitale Zukunft konsequent weiter voran. 2016 verzeichnete das Nürnberger Unternehmen ein Umsatzwachstum von 4,9 Prozent, im ersten Halbjahr 2017 waren es 4,6 Prozent.

Digitalisierung von Prozessen: Mit Apps in die Cloud

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz zeigte Mayr Beispiele, wie DATEV die digitale Transformation lebt. So hat das Unternehmen seine Cloud-Lösungen für betriebswirtschaftliche, personalwirtschaftliche und deklaratorische Prozesse weiter ausgebaut, insbesondere DATEV Unternehmen online und DATEV Arbeitnehmer online. Neue Zugangswege sollen den Nutzern eine wachsende Vielfalt an sicheren Zugriffsmöglichkeiten auf Daten und Prozesse in der Cloud bieten. Scan-Apps wie DATEV Upload mobil und weitere Lösungen von Partnern ermöglichen es, von unterwegs Belege mit dem Smartphone oder Tablet zu erfassen und im DATEV-Rechenzentrum zu speichern. Wirtschaftsprüfern dient die App DATEV Abschlussprüfung mobil, um vor Ort beim Mandanten mit dem Smartphone oder Tablet Prüfungsnachweise und Notizen aufzuzeichnen. Später lassen sich die Daten über die Cloud direkt in die Prüfungsakte übernehmen. Alle Apps nutzen für die sichere Datenübermittlung DATEV SmartLogin.

Vernetzung von Prozessen und Partnern

Die konsequente Nutzung der Cloud ist aber nur ein erster Schritt. Um Daten wirklich effizient nutzen und Prozesse wirkungsvoll vereinfachen zu können, muss die Vernetzung zwischen Steuerberatern, Mandanten und Dritten weiter voranschreiten. Das gilt z.B. für den Austausch digitaler Rechnungen, Meldungen an Behörden und Institutionen, die Weiterverarbeitung von Kontobewegungen sowie für die Prozesse rund um die Steuerdeklaration. Die medienbruchfreie Vernetzung solcher Abläufe braucht einheitliche Schnittstellen – angesichts der heutigen Vielfalt an Systemen ist es bis dahin aber noch ein weiter Weg. Der maschinenlesbare ZUGFeRD-Standard bietet zumindest für den Austausch von Rechnungen ein einheitliches Format, wird jedoch noch zu wenig genutzt. Eine Alternative sind Plattformen wie DATEV SmartTransfer: Das Portal ermöglicht die unkomplizierte Übermittlung von Dokumenten zwischen Geschäftspartnern, die mit unterschiedlichen Ausgangs- und Eingangsformaten arbeiten. Die Dokumente des Absenders werden darin automatisch in das Wunschformat des Empfängers konvertiert. Derzeit können über 200 verschiedene Datenformate inklusive dem klassischen Papierbrief verarbeitet werden. „Das ist zwar noch keine wirkliche Medienbruchfreiheit, fühlt sich für die Anwender aber so an“, so der DATEV-Vorstandsvorsitzende.

„Mindestens genauso wichtig ist für uns der Aufbau eines Ökosystems, in dem die Partner ihre Kompetenzen wie Puzzlesteine zu einem größeren Ganzen verbinden“, so Mayr weiter. „Nur gemeinsam werden wir Software-Hersteller medienbruchfreie Prozessketten über alle betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und deklaratorischen Systeme hinweg schaffen können.“ Auf dem DATEV-Marktplatz sind inzwischen knapp 80 Lösungen von Partnerunternehmen gelistet, deren Programme das DATEV-Produktportfolio sinnvoll ergänzen. Bei der Aufnahme neuer Programme verfolgt die Genossenschaft unter anderem das Ziel, immer mehr Branchen ein attraktives Angebot zu machen. Dafür kooperiert die DATEV mit Partnern für unterschiedlichste Prozesse wie Arbeitszeiterfassung, Inventur und elektronische Ausfuhrerklärungen bei Mandanten.

Automatisierung von Prozessketten

Mit den Lösungen für Cloud-basierte Zusammenarbeit und der Vernetzung von Prozessen schafft die DATEV die Basis für das Thema, das in Zukunft die digitale Transformation noch mehr beschleunigen wird: Automatisierung. Beispiele für automatisierte Teilprozesse gibt es bereits viele. So bietet DATEV mit der Software Juristische Textanalyse Anwaltskanzleien eine semantische Analysefunktion, die selbständig u.a. Normen, Fundstellen, Adressen und Ortsangaben zu einem beliebigen maschinenlesbaren Dokument erkennt und markiert. „Aber spannend wird es, wenn diese Teilprozesse miteinander durchgängig verknüpft und mit selbstlernenden Maschinen kombiniert werden“, erklärte Mayr. Auf der Jahrespressekonferenz wurde eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, mit der die DATEV die Automatisierung der Finanzbuchführung auf Basis von künstlicher Intelligenz getestet hat. Bereits bei einem geringen Bestand an Testdaten (knapp 15.000 Buchungen) erreicht die künstliche Intelligenz eine Trefferquote von über 90 Prozent korrekter Buchungssätze. Mayr verwies jedoch darauf, dass das Datenschutzrecht den Rahmen des Machbaren absteckt. „Die Einhaltung der geltenden Regelungen, ab Mai 2018 dann der durch die neue Datenschutzgrundverordnung vorgegebenen Regelungen, ist eine unabdingbare Voraussetzung. Nur wenn dies gewährleistet ist, können wir das Wissen aller Einzelnen zum Mehrwert für alle erschließen.“

Digitale Transformation auch bei DATEV

Auch die DATEV selbst muss sich der digitalen Transformation stellen, so Mayr: „So wie sich der Rhythmus von Technologieinnovationen immer weiter beschleunigt, so geht es auch mit den Herausforderungen in der Softwareentwicklung, im Service, im Außendienst.“ Um all diese Themen zu koordinieren, wurde mit Prof. Dr. Christian Bär ein Chief Digital Officer auf Geschäftsleitungsebene installiert. Außerdem wurde unter Dr. Lars Meyer-Pries, seit Herbst 2016 Mitglied der Geschäftsleitung, die Strategieabteilung sowie Marktbeobachtung neu geordnet und ein DATEV Lab gegründet. Ziel dieses Labs ist es, mit dem Finger am Puls der digitalen Entwicklung als Treiber für radikale Ideen aufzutreten – Scheitern erlaubt. Mitarbeiter aus allen Bereichen des Unternehmens werden für interdisziplinäre Lab-Projekte befristet aus ihrem Tätigkeitsbereich herausgenommen. Gleichzeitig sucht das Lab die Zusammenarbeit mit Startups, Hochschulen und Forschungseinheiten, um die DATEV noch stärker zu vernetzen.

Mayr betonte gleichzeitig, dass Innovation nur funktioniert, wenn das Kerngeschäft dies ermöglicht. Daran arbeitet ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Es ist uns ein Anliegen, unseren Mitarbeitern alle Möglichkeiten zu bieten, konstruktiv mit den Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation umzugehen, sich weiter zu entwickeln – egal welchen Alters.“ Neben entsprechenden Wissens- und Schulungsangeboten gehört dazu, den Mitarbeitern in ihrer jeweiligen Lebenssituation optimale Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu bieten. Mit der regelmäßigen Zertifizierung durch den audit berufundfamilie entwickelt die DATEV ihre Angebote stetig weiter. Erst kürzlich hat die DATEV die fünfte Zertifizierungsrunde abgeschlossen und ist somit einer von bundesweit 19 Arbeitgebern, die sich dem Audit so häufig gestellt haben.

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