Geschäftsklima: Steuerberater bleiben zuversichtlich

Branche spürt verstärkten Handlungsdruck durch digitale Transformation

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Die repräsentative Erhebung und Auswertung erfolgt durch die DATEV-Marktforschung sowie GfK. An der Befragung zwischen dem 22. Mai und 5. Juni 2017 haben sich 414 Kanzleien beteiligt. Quelle: DATEV eG

Nürnberg, 07. Juli 2017: Nachdem sich das Geschäftsklima im ersten Tertial leicht abgekühlt hatte, zeigt sich das „DATEV-Branchenbarometer für Steuerberater“ im zweiten Tertial mit einem deutlich positiven Wert von 124,7 (+1,3) robust. Die leichte Verbesserung des Geschäftsklimas im Vergleich zur letzten Erhebung im ersten Tertial 2017 ist bei kleineren (121,7; +1,8), mittleren (125,7; +0,7) und größeren (129; +0,9) Kanzleien zu verzeichnen.

Das Geschäftsklima der Steuerberaterbranche wird aus den zwei Teilindizes zur aktuellen Geschäftslage und zu den Geschäftsaussichten ermittelt. Das DATEV-Branchenbarometer umfasst dabei eine Skala von 0-200 und wird analog zur Methode des ifo-Instituts berechnet, wobei 100 den Mittelwert für ein neutrales Geschäftsklima definiert. Die repräsentative Untersuchung wird von der DATEV beauftragt und gemeinsam mit den Marktforschern der GfK SE durchgeführt.

Aussichten verbessert

Ihre aktuelle geschäftliche Lage schätzen die Steuerberater in Deutschland mit einem Wert von 136,0 weiterhin insgesamt sehr positiv ein (erstes Tertial: 136,1). Dabei skizzieren kleinere Kanzleien mit 1 bis 4 Mitarbeitern (131,4; +0,7) sowie größere Kanzleien mit mehr als 14 Mitarbeitern (143,6; +0,3) eine quasi unveränderte Geschäftslage im Vergleich zum ersten Tertial. Für mittlere Kanzleien mit 5 bis 13 Mitarbeitern hat sich die geschäftliche Situation im aktuellen Zeitraum dagegen ganz leicht verschlechtert (137,2; -1,4).

Die Erwartungen für das zukünftige Geschäft der Steuerberaterbranche haben sich mit einem Wert von 114,5 für den zweiten Teilindex insgesamt leicht verbessert (+2,3). Die Erwartungen der Steuerberaterbranche für die zukünftige Entwicklung haben sich von kleineren Kanzleien mit 1 bis 4 Mitarbeitern (113,0; +3,5) über mittlere Kanzleien (115,3; +2,3) bis hin zu größeren Kanzleien mit mehr als 14 Mitarbeitern (116,0 +1,5) über alle Kanzleigrößen hinweg verbessert.

„Die gegenwärtige wirtschaftliche Selbsteinschätzung der Kanzleien ist sehr gut. Vor allem die Erwartungen sorgen mit einem Plus von 2,3 Punkten für eine positive Entwicklung, während die Einschätzungen zur „aktuellen geschäftlichen Lage“ auf hohem Niveau stabil bleiben“, kommentiert Dr. Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender der DATEV eG, die Ergebnisse des DATEV-Branchenbarometers für Steuerberater.

Herausforderungen bleiben

Die Digitalisierung ist nach wie vor die zentrale Herausforderung der Branche. Hoher Handlungsdruck besteht vor allem bei der Digitalisierung des Dokumentenaustauschs, sagen 25 Prozent der Teilnehmer, der Finanzbuchführung (20 Pro-zent der Teilnehmer) und des Rechnungswesens (13 Prozent der Teilnehmer), wobei größere Kanzleien einen teilweise deutlich höheren Handlungsdruck verspüren. Sie spüren offenbar auch stärker den Druck von Seiten ihrer Mandanten (kleine: 33 Prozent; große: 53 Prozent).

Auch bei den sonstigen Herausforderungen, mit denen die Kanzleien konfrontiert sind, geben große Kanzleien einen größeren Handlungsdruck an: In allen Fällen sind Personalthemen am dringlichsten, es gibt jedoch Unterschiede je nach Kanzleigröße: Für kleine Kanzleien steht an erster Stelle die Mitarbeiterqualifizierung (17 Prozent der Teilnehmer), danach die Personalgewinnung (12 Prozent der Teilnehmer). Große Kanzleien konzentrieren sich stärker auf Personalgewinnung (40 Prozent der Teilnehmer) wie auch die Mitarbeiterqualifizierung (32 Prozent der Teilnehmer). An dritter Stelle folgt einheitlich das Thema betriebswirtschaftliche Beratung (kleine: 12 Prozent; große: 13 Prozent). DATEV-Vorstandsvorsitzender Dr. Robert Mayr empfiehlt Kanzleien daher: „Nutzen Sie die aktuell positive Lage, um die digitale Transformation zu bewältigen – und sich zu überlegen, wie sie davon profitieren wollen.“

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