Trend: Anstellung in der Niederlassung

Die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten steigt weiter an. Doch das Mehr an Köpfen bedeutet nicht im gleichen Umfang eine Zunahme der geleisteten Arbeitsstunden.

Anlässlich der Vorstellung der aktuellen Arztzahlstatistik vor wenigen Tagen in Berlin betonte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass die Arbeit als niedergelassener Arzt oder Psychotherapeut trotz der schwierigen Rahmenbedingungen immer noch attraktiv sei. Für viele in der Praxis angestellte Ärzte stelle die Selbständigkeit zu einem späteren Zeitpunkt eine interessante Option dar.

Die Anzahl der angestellten Vertragsärzte stieg 2017 im Vergleich zum vorherigen Jahr um knapp zehn Prozent auf 31.477. Das sind fast sechsmal so viele wie noch vor zehn Jahren. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt in unserer heutigen Gesellschaft eine große Rolle. Dies gilt auch für junge Ärztinnen und Ärzte. Die Niederlassung als Selbständiger bietet hier viele Möglichkeiten, all das gut unter einen Hut zu bringen", so Gassen.

Insgesamt nahmen 172.647 Ärzte und Psychotherapeuten im Jahr 2017 an der vertragsärztlichen Versorgung teil. Darunter 147.350 Ärzte und 25.297 Psychotherapeuten. Die Gesamtzahl hat sich gegenüber 2016 um fast 3.000 erhöht. Angesichts des anhaltenden Trends zur Teilzeittätigkeit ergibt sich bei der Betrachtung der Teilnahmeumfänge ein Plus von gerade einmal 0,2 Prozent.

Der Zuwachs bei den Psychotherapeuten hat sich 2017 abgeschwächt. Laut der Statistik gab es im Jahr 2017 – in Bezug auf die in der Bedarfsplanung zählenden vollen Sitze – einen bundesweiten Anstieg um 146 auf 23.717 Psychotherapeuten, das entspricht etwa 0,6 Prozent.

Übrigens: Auf www.lass-dich-nieder.de finden sich für angehende Mediziner und Medizinstudenten alle notwendigen Informationen zum Thema Niederlassung, einschließlich von Fördermöglichkeiten in den jeweiligen Regionen

Hintergrund

Im Bundesarztregister ist jeder Arzt oder Psychotherapeut, der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnimmt, verzeichnet. Die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder führen die Daten der Ärzte und Psychotherapeuten ihrer Region im jeweiligen Landesarztregister und übermitteln sie jeden Monat an die KBV.

Quelle: KBV