Chatbots im Gesundheitswesen

Mittlerweile bieten zahlreiche Smartphone-Applikationen Onlinesprechstunden an. So hat das Londoner Start-up Babylon Health eine App entwickelt, die Patienten an einen vom staatlichen National Health Service (NHS) zugelassenen Arzt vermittelt.

In der App gibt der Benutzer seine Beschwerden ein und wählt den gewünschten Arzt (Allgemeinmediziner oder Spezialist) aus. Danach wird er mit dem Mediziner per Audio- oder Videokonferenz auf dem Smartphone verbunden. Durch die Ferndiagnose kann eine vorläufige Indikation erstellt werden. Wenn man ein Rezept oder ein ärztliches Attest benötigt, wird dies direkt an die Apotheke beziehungsweise den Arbeitgeber geschickt.

Zudem hat die Firma Babylon einen Chatbot entwickelt, der automatisiert Fragen von Patienten beantworten kann. Dieser wurde mit massenhaft Daten über Symptome gefüttert und von über 100 Ärzten akkreditiert. Die Diagnosen sollen eine Genauigkeit von 92 Prozent haben.

Auch das Londoner Start-up Your MD geht diesen Weg. Es hat ein neuronales Netzwerk mit Millionen Bildern einer Augenklinik gefüttert. Dadurch soll der Algorithmus Muster in Krankheitsbildern identifizieren und selbstständig den Verlauf von Augenerkrankungen erkennen können. Smartphone-Nutzer können Fotos ihrer Augen einschicken, die dann untersucht werden. Bei Auffälligkeiten wird dem Nutzer geraten, zur Vorsorge zu gehen.

Der chinesische Suchmaschinenanbieter Baidu und das Start-up Clincloud arbeiten ebenfalls an verschiedenen Lösungen, die das Gesundheitswesen revolutionieren sollen. Doch das größte Problem dabei ist jedoch der Datenschutz. Zudem sind medizinische Datenbanken mittlerweile häufiger das Ziel von Cyberkriminellen.

Was ist eigentlich ein Chatbot? Im Grunde genommen sind Chatbots nichts weiter als intelligente Formulare, die den Anwender durch einen Prozess führen sollen. Sie erfragen relevante Daten und wählen dabei Ihre Fragen auf Basis der Antworten des Anwenders aus. Wesentlich für Chatbots ist dabei immer eine verarbeitende Logik, die Antworten des Anwenders interpretiert und entsprechend der Antwort mit dem Anwender interagiert. Die Logik kann im einfachsten Fall eine Frage-Antwort Tabelle sein, in komplexeren Aufgaben wie Spracherkennung findet man jedoch so gut wie immer künstliche Intelligenz vor, die lernfähig ist. Je nach Zielsetzung des Chatbots, präsentiert der Chatbot am Ende des Frage-Antwort Prozesses entweder selbst das Ergebnis oder vermittelt an einen passenden menschlichen Ansprechpartner weiter.

Auch wenn die technologischen Möglichkeiten immer besser werden, sind Chatbots im heutigen Stand aber noch weit davon entfernt, qualitativ hochwertige Aussagen zu treffen.