Honorar-Plus bei Psychotherapeuten

Rückwirkend ab 2012 sollen Psychotherapeuten ein zusätzliches Honorar von 80 Millionen Euro jährlich erhalten. Bei den Verhandlungen über die Neubewertung psychotherapeutischer Leistungen haben KBV und GKV-Spitzenverband am 17.9. einen Durchbruch erzielt.

Im Einzelnen wird die antrags- und genehmigungspflichtige psychotherapeutische Leistung ab 2012 um 2,7 Prozent auf 86,37 Euro angehoben.
Ferner gibt es unter bestimmten Voraussetzungen einen Strukturzuschlag von aktuell 14,69 Euro pro Therapiestunde, wenn ein Psychotherapeut im Jahr 774 Therapiestunden leistet. Das Zusatzhonorar für 2012 wird aus der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung finanziert, seit 2013 werden die Finanzmittel von den Kassen aufgebracht.

Erst nach monatelangem Tauziehen konnten sich beide Seiten im Erweiterten Bewertungsausschuss auf die Eckpunkte einigen. Diese werden jetzt in einem Beschlussentwurf ausformuliert, der am 22. September verabschiedet werden soll. Die Neubewertung der Leistungen geht zurück auf mehrere Bundessozialgerichtsurteile, in denen sich das Gericht mit der angemessenen Höhe der Vergütung der antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapien auseinander gesetzt hat. Laut Gericht muss eine vollausgelastete psychotherapeutische Praxis einen Ertrag erzielen können, der dem durchschnittlichen Einkommen bestimmter Fachärzte im unteren Bereich entspricht. Außerdem soll es Therapeuten, die 36 Therapiestunden pro Woche anbieten und damit als vollausgelastet gelten, möglich sein, eine Halbtagskraft für die Praxisorganisation zu beschäftigen.

Der KBV-Vorstand Dr. Andreas Gassen zeigt sich zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis: "Mit den Eckpunkten haben wir einen tragfähigen Kompromiss gefunden".