IGeL: Nutzen oder Schaden?

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) hat kürzlich seinen jährlichen IGeL-Monitor vorgestellt.

Laut dieser Befragung fühlen sich drei Viertel der Patienten nicht ausreichend über Schäden durch individuelle Gesundheitsleistungen informiert (siehe IGeL-Monitor).

Aus Sicht des MDS sind die Ärzte gefordert, über Nutzen und mögliche Risiken der Selbstzahlerleistungen ausführlich aufzuklären, so Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. Dafür müssten schriftliche Informationen zur Verfügung gestellt werden. Die Patienten sollten zudem ausreichend Bedenkzeit erhalten und nicht unter Druck gesetzt werden.

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen erklärte dazu, dass es falsch sei, IGeL unter Generalverdacht zu stellen. Im individuellen Patientenfall könnten IGeL durchaus medizinisch sinnvoll sein. Im Sinne eines guten Vertrauensverhältnisses zu seinen Patienten werden Ärzte unter medizinischen Gesichtspunkten Empfehlungen abgeben. Natürlich müsse der Patient ausreichend Zeit haben, um über das Angebot entscheiden zu können.

Die KBV-Versichertenbefragung des vergangenen Jahres hätte zudem gezeigt, dass IGeL von Patienten verstärkt nachgefragt werden.

Die KBV und die BÄK haben den Online-Ratgeber „Selbst zahlen?“ herausgegeben. Der Ratgeber richtet sich an Ärzte und Patienten gleichermaßen.

Quelle: Pressemeldungen MDS/KBV