Psychotherapie: Mehr Honorar für Gruppentherapien

Ab Juli 2017 erhalten Psychotherapeuten für Gruppentherapien eine höhere Vergütung. Darauf hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband geeinigt. Die Höhe der Vergütung richtet sich dann nach der Anzahl der Teilnehmer.

Hintergrund für den Beschluss des Bewertungsausschusses ist die neue Psychotherapie-Richtlinie, die seit 1. April gilt. Diese sieht unter anderem vor, dass Gruppenleistungen stärker gefördert werden sollen. Möglich sind jetzt in allen Richtlinienverfahren Therapien mit drei bis neun Teilnehmern – unabhängig vom Alter der Patienten. Mit der neuen Vergütungssystematik werden Gruppentherapien auch im EBM entsprechend abgebildet. Wird bisher nur zwischen kleinen und großen Gruppen unterschieden, so gibt es ab Juli für jede Gruppengröße eine andere Vergütung.

Alle Gruppenleistungen wurden neu bewertet. Im Ergebnis steigt das Honorar für Gruppentherapien ab Juli im Durchschnitt um etwa 20 Prozent. Die größten Zuwächse verzeichnen sechs- und siebenköpfige Gruppen, die künftig mit rund 66 Euro beziehungsweise rund 60 Euro pro Teilnehmer bei einer 100-minütigen Therapiesitzung vergütet werden (bisher: ca. 44 Euro).

Aufgrund der differenzierten Vergütung wird es für jede Gruppengröße eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP) geben. Bei drei Verfahren und der Unterscheidung zwischen Kurz- und Langzeittherapien werden dadurch zahlreiche neue GOP in den EBM aufgenommen.

Die bisher gültigen GOP für kleine Gruppen (drei bis vier Teilnehmer) und für große Gruppen (fünf bis neun Teilnehmer) entfallen. Die Abrechnung von Gruppentherapien mit nur zwei Teilnehmern, die vor Einführung der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April beantragt wurden und derzeit als kleine Gruppe abgerechnet werden, erfolgt ab Juli mit einer bundeseinheitlichen Pseudo-GOP.

Eine weitere Neuerung betrifft die Abrechnung von Kurzzeittherapien, die in der Einzeltherapie durchgeführt werden. Aus Gründen der Transparenz gibt es künftig zwei GOP: Eine GOP für das erste 12-Stunden-Kontingent, eine für das zweite 12-Stunden-Kontingent. Damit soll eine Evaluation des neuen Stundenangebots ermöglicht werden.

Die vielen neuen Gebührenordnungspositionen GOP haben dazu geführt, dass der Abschnitt 35.2 neu strukturiert werden muss. Nur dadurch ist es möglich, alle Leistungen übersichtlich und systematisch abzubilden.

Die neue Vergütungsregelung für Gruppentherapien tritt erst mit Wirkung zum 1. Juli in Kraft. Grund ist, dass die neuen Gebührenordnungspositionen rechtzeitig in den Praxisverwaltungssystemen integriert werden sollen. Dies wäre bei einem Beschluss zum 1. April nicht möglich gewesen.