Stiftung fördert lokale Gesundheitszentren

Das deutsche Gesundheitssystem ist aufgrund seiner historischen Entwicklung weitgehend auf die Behandlung akuter Erkrankungen ausgerichtet.

Die Versorgung chronisch kranker Menschen findet vorwiegend in Hausarztpraxen statt, die trotz großen Engagements mit den zunehmenden Herausforderungen im Versorgungsalltag zu kämpfen haben. Nötig sei es laut Dr. Bernadette Klapper, der Leiterin des Bereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung, Gesundheitsdienstleistungen zu bündeln und multiprofessionelle Teams für eine dauerhafte Betreuung zu etablieren.

Mit dem Programm "PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung" unterstützt die Robert Bosch Stiftung ab diesem Frühjahr bundesweit fünf Initiativen bei der Umsetzung modellhafter lokaler Gesundheitszentren. Die künftigen PORT-Zentren sollen die umfassende Grundversorgung der Bevölkerung in einer Region gewährleisten und eine bessere Versorgung von chronisch kranken Menschen aus einer Hand ermöglichen.

Die Versorgung chronisch kranker Menschen ist eine der zentralen Herausforderungen des Gesundheitswesens. Bereits heute werden über 75 Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland für die Behandlung chronisch Kranker benötigt. In den kommenden Jahren wird die Zahl der chronisch und mehrfach erkrankten Menschen weiter zunehmen. Gleichzeitig stehen weniger Gesundheitsfachkräfte zur Verfügung, vor allem in strukturschwachen Regionen.

"Die Herausforderung liegt insbesondere in der Komplexität der Versorgung", erklärt Klapper. "Viele chronisch Kranke benötigen nicht nur die Unterstützung von Ärzten, sondern auch von weiteren Gesundheitsfachkräften und anderen Sozialberufen. Statt einer Intervention in kurzen Episoden, muss das therapeutische Handeln aller Akteure auf Langfristigkeit angelegt sein. Mit den PORT-Zentren wollen wir diese Ansätze in der Praxis umsetzen und damit Impulse geben für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt."

Zu den fünf Initiativen gehören (nach Bundesländern):

  • Landkreis Calw, Baden-Württemberg
  • Gemeinde Hohenstein, Baden-Württemberg
  • Gesundheitskollektiv e.V., Berlin
  • Landkreis Waldeck-Frankenberg, Korbach, Hessen
  • Gemeinde Büsum, Schleswig-Holstein

Quelle: Pressemitteilung Robert Bosch Stiftung