ZiPP-Jahresbericht: Investitionen stagnieren

Die finanzielle Situation der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten hat sich zwar verbessert. Trotzdem: Die Arbeit als angestellter Arzt im Krankenhaus ist finanziell attraktiver. Gleichzeitig stagnieren die Investitionen.

"Das ist eine alarmierende Entwicklung.“ Mit diesen Worten hat Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Ergebnisse des aktuellen ZiPP-Jahresberichtes kommentiert.

Die Daten hat das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung 2015 im Rahmen des Zi-Praxis-Panels (ZiPP) erhoben. Sie umfassen die Jahre 2011 bis 2014. Demnach ist der Jahresüberschuss im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent gestiegen.

„Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass Krankenhausärzte noch immer besser da stehen – beim Gehalt und bei der Arbeitszeit. Und solange das der Fall ist, müssen wir um jeden Arzt im Wettbewerb mit den Krankenhäusern kämpfen“, so Gassen.

„Nach Abzug von Steuern und Versicherungen verbleiben dem Niedergelassenen rund 78.000 Euro im Jahr“, erklärt der KBV-Chef. Geld, von dem der Niedergelassene dann noch Investitionen in seine Praxis tätigen muss. Doch im Berichtszeitraum stagnieren die Investitionen trotz eines hohen Bedarfs.

„Die Niedergelassenen haben kein Vertrauen mehr in die Stabilität der finanziellen Rahmenbedingungen. Das muss sich ändern“, betont Gassen. Er forderte die Politik dazu auf, sich klar zur ambulanten Versorgung zu bekennen. „Die Niederlassung muss wieder attraktiver werden – das geht aber nur, wenn die Verdienstmöglichkeiten in der eigenen Praxis bei hohem wirtschaftlichen Risiko mindestens genauso gut sind, wie in der sicheren Anstellung im Krankenhaus“, so Gassen.

Quelle: Pressemitteilung KBV