Kanzleimanagement

Mitarbeiter binden

Arbeitgeberattraktivität und was Sie tun können, damit Ihre Mitarbeiter bleiben

Kein Zweifel, Attraktivität liegt immer im Auge des Betrachters. Dennoch zeichnet sich ab, dass Kanzleien gute Chancen auf motivierte Mitarbeiter haben, wenn sie deren Bedürfnisse berücksichtigen. Aus eigener Erfahrung wissen Sie, was im Arbeitsleben im Bezug darauf wichtig ist: Das eigene Tun soll einem größeren Sinn zuarbeiten und Freude bereiten, der Job eine Entwicklungsperspektive bieten und man möchte dabei Anerkennung finden.

Wie können Chefs die richtigen Rahmenbedingungen dafür schaffen?

1. Der Chef steht für das Klima in der Kanzlei

Anerkennung ist ein menschliches Grundbedürfnis. Achten Sie deshalb bewusst auf eine wertschätzende Sprache und einen respektvollen Umgang mit Ihren Mitarbeitern.

Schaffen Sie Gelegenheiten für konstruktives Feedback. Äußern Sie dabei Ihre Wünsche und Aufträge und seien Sie feinsinnig, um nicht persönlich anzugreifen. Am besten ist es, Sprache vom Empfänger her zu denken.

Der respektvolle Umgang ist eine Grundvoraussetzung für Arbeitgeberattraktivität. Nicht selten sind die Kollegen und der Chef der ausschlaggebende Grund, seinem Arbeitgeber treu zu bleiben.

2. Ideales Arbeitsumfeld

Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern, gute Arbeit zu leisten. Mit optimalen Gegebenheiten schaffen Sie die Basis dafür.

Ein technisch aktueller und ergonomisch ausgestatteter Arbeitsplatz begünstigt nicht nur die Produktivität. Auch der Gesundheitsaspekt ist bei einem 10h-Tag ein ernst zu nehmendes Kriterium.
Schaffen Sie Raum und Räumlichkeiten für schnelle Abstimmungen und gute Zusammenarbeit. Mit Besprechungszonen und Zeit für Austausch unterstützen Sie das Abarbeiten und Weiterentwickeln der To-Dos.
Auch das kollegiale Miteinander darf nicht zu kurz kommen. Eine gut ausgestattete und einladende Teeküche, gemeinsame Essenspausen oder Team-Events fördern das Wir-Gefühl.

Gehen Sie immer wieder mal mit bewusstem Blick durch die Kanzlei und checken Sie, wie das Ambiente und die Räumlichkeiten auf Sie wirken. Fragen Sie doch auch Ihre Mitarbeiter, womit das Arbeitsumfeld in der Kanzlei aufgefrischt werden kann.

3. Herausfordernde Aufgaben

Mitarbeiter wünschen sich interessante und anspruchsvolle Aufgaben, die sie eigenverantwortlich bearbeiten.

Neue Aufgaben bringen Abwechslung in den Alltag und erweitern den Handlungsspielraum und das Verantwortungsgefühl. Beispielsweise könnten Sie den zuständigen Mitarbeiter bei Mandantengesprächen hinzuziehen und Abstimmungen sukzessive selbst durchführen lassen. Oder Sie fordern Mitarbeiter auf, einen Abrechnungsvorschlag für die erbrachten Leistungen zu erstellen und Ihnen vorzulegen.
Mehr Einflussnahme ermöglichen Sie auch, wenn Sie kleine Arbeitsgruppen oder Kollegen-Tandems beauftragen und unterstützen, um z. B. Abläufe zu verbessern oder fachübergreifende Themen zu bearbeiten.

Es spornt Mitarbeiter einfach an, wenn sie eigene Vorschläge verwirklicht sehen. Das macht Lust, auch weiterhin in Ihrer Kanzlei zu bleiben.

4. Attraktive Vergütung und individuelle Weiterentwicklung

Die attraktive Vergütung und eine Perspektive für die individuelle Entwicklung sind gewissermaßen die Basis für eine langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Führen Sie persönliche Jahresgespräche mit jedem Ihrer Mitarbeiter, in denen Sie Ziele, Leistungsdaten, Gehaltsvorstellungen ebenso wie Qualifikations- und Entwicklungsmöglichkeiten besprechen. Vergessen Sie dabei nicht, auf die Soft Skills Ihrer Mitarbeiter einzugehen und auch diese zu fördern.

Die fachliche und persönliche Entwicklung sind wesentliche Faktoren, um vor allem junge Mitarbeiter an Ihre Kanzlei zu binden. Im Einklang dazu sollte mehr Verantwortung, selbstständiges Arbeiten und zunehmende Gestaltungsmöglichkeiten stehen.

5. Hohe Flexibilität

Bestimmt ist es auch Ihren Mitarbeitern wichtig, Beruf und Familie gut zu vereinbaren. Sie kommen also einem großen Bedürfnis nach, wenn Sie Ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten, Teilzeit oder Homeoffice ermöglichen.
Fragen Sie Ihre Mitarbeiter doch einfach mal nach deren Bedürfnissen in Sachen Arbeitszeit, um daraus kanzlei-individuelle Arbeitsmodelle zu entwickeln.

Wenn Sie auf Ihre Mitarbeiter eingehen, signalisieren Sie Offenheit. Hören Sie „rein" und ziehen Sie aus persönlichen Gesprächen "heraus", wie Sie mit kleinen Hilfestellungen beitragen, große Probleme zu lösen.

Fazit

Es geht nicht darum, einen Kuschelkurs zu fahren. Es geht darum, dass sich Ihre Mitarbeiter als wichtigen Teil eines Ganzen sehen, und deshalb von innen heraus motiviert sind, Bestmögliches zu leisten und optimal zum Kanzleierfolg beizutragen. Ein Patentrezept gibt es dafür nicht – jeder Mensch ist anders. Feilen Sie deshalb zusammen mit Ihren Mitarbeitern an den Gegebenheiten, die für alle gut sind.

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