Kanzleimanagement

Partnerschaftsmodelle

Synergien und unterschiedliches Fachwissen effektiv nutzen

Egal ob Sozietäten oder Partnergesellschaften - bei einem Zusammenschluss mehrerer Kanzleien oder mehreren Beratern ergeben sich sowohl neue Impulse als auch Herausforderungen für die Weiterentwicklung der Kanzlei.

Warum Partnerschaften?

Laut der FOCUS-MONEY-Steuerberaterumfrage (Berater statt Roboter, Ausgabe 18/2017) bilden sich immer stärkere Allianzen zwischen großen Steuerberatungskanzleien, unter anderem durch die steigende Komplexität der steuerlichen Richtlinien. Aber es muss sich nicht in allen Fällen um große Partnerschaftsnetzwerke handeln.

Eine Partnerschaft kann Kanzleien dabei unterstützen...

  • den steigenden Mandantenanforderungen gerecht zu werden.
  • neue Branchen oder Regionen zu erschließen, um Wettbewerbsvorteile zu gewinnen.
  • neue Marktpotentiale durch neue Geschäftsfelder, wie z. B. Beratung zur Unternehmensnachfolge oder betriebswirtschaftliche Beratung, zu erschließen.

Zudem können Aufgaben anders verteilt werden. Beispielsweise können Sie sich auf die steuerliche Beratung der Mandanten fokussieren. Der neue Partner könnte seine Erfahrungen einsetzen, um neue Geschäftsfelder, wie Unternehmensnachfolge, in das Dienstleistungsangebot der Kanzlei einzuführen. Hierbei werden die Synergien beider Seiten effektiv genutzt.

Mit der Partnerschaft gewinnen Sie einen Sparringspartner für fachliche und auch unternehmerische Themen. Sie können sich die Verantwortung und Aufgaben teilen und auch im Urlaub ist für eine Vertretung gesorgt.

Wichtige Fragen vor der Partnerschaft

Es gibt viele Wege eine Partnerschaft ins Leben zu rufen. Sie können z. B. einen Steuerberater als Partner ins Boot holen oder sich mit einer etablierten Kanzlei zusammenschließen. Aber egal, welchen Weg Sie gehen, es ist wichtig sich im Vorfeld über folgende Dinge im Klaren zu sein:

  • Überlegen Sie sich, ob eine Partnerschaft überhaupt etwas für Sie ist. Sind Sie bereit Verantwortung und Führung zu teilen?
  • Wichtig ist zu überlegen, was Sie von Ihrem Partner erwarten und ob der ausgewählte Partner wirklich zu Ihnen passt.
  • Fragen Sie sich, ob Sie sich bereit fühlen einem Partner zu vertrauen und ihm Mandate anvertrauen wollen.
  • Schmieden Sie auch einen Plan B: Was passiert bei Eintritt des Partners und wie kann ein möglicher Austritt geregelt werden?
  • Machen Sie sich Gedanken über die Entscheidungsfindung. Wer hat Stimmrechte? Wo liegen Entscheidungskompetenzen und wie laufen die Entscheidungswege in der Kanzlei?
  • Überlegen Sie sich, wie Sie die Vergütung mit dem Partner regeln wollen. Wo liegen die Leistungsmaßstäbe? Bedenken Sie auch mögliche Junior-Senior-Konflikte, wenn Sie einen jungen Steuerberater mit an Bord holen.

Einen gemeinsamen Nenner finden

Partnerschaften stehen natürlich auch immer Herausforderungen entgegen. Es werden viele gemeinsame Besprechungen und Verhandlungen nötig sein, um sich über strategische, organisatorische und vertragliche Faktoren einig zu werden. Einige Aspekte, die Sie mit Ihrem Partner zusätzlich noch definieren sollten, sind unter anderem:

Welchen Zweck hat die Partnerschaft für die Kanzlei?

Definieren Sie vorab, welchen Zweck die Partnerschaft für die Kanzlei verfolgt.

Haben Sie eine einheitliche Strategie und gemeinsame Kanzleiziele?

Denn damit stellen Sie sicher, dass Sie einen gemeinsamen Weg gehen und auf das gleiche Ergebnis hinarbeiten. Folgen Sie dabei dem Grundsatz: „Das Ganze (Partnerschaft) ist mehr als die Summe der Einzelteile!"

Welche Kultur wollen Sie mit der neuen Partnerschaft installieren und leben?

Eine einheitliche Kanzleikultur mit Kanzleiwerten gibt Ihnen, Ihrem Partner und Ihren Mitarbeitern ein gemeinsames Leitbild. Es dient als Anker für die zukünftige Zusammenarbeit und bindet sie als Team.

Wie binden Sie Ihre Mitarbeiter ein?

Es ist wichtig, Ihre Mitarbeiter schon frühzeitig mit einzubeziehen und eventuelle Befürchtungen ernst zu nehmen. Die Mitarbeiter ins Boot zu holen, ist ein wesentlicher aber auch sehr sensibler Aspekt. Denken Sie an das Motto: „Die Betroffene zu Beteiligten machen."

Wie kommunizieren Sie den Zusammenschluss an Mandanten?

Informieren Sie Ihre Mandanten rechtzeitig über die neue Partnerschaft. Lassen Sie zudem alle vertraglichen Änderungen vornehmen und unterzeichnen.

Welche gesetzliche Form wählen Sie für Ihre Partnerschaft?

Überlegen Sie mit Ihrem Partner, welche gesetzliche Form Sie für die neue Partnerschaft wählen wollen.

Welche organisatorische Form wählen Sie für Ihre neue Partnerschaft?

Neben der gesellschaftsrechtlichen Form der Partnerschaft muss die Frage nach der organisatorischen Form der Partnerschaft frühzeitig geklärt werden. Diese hängt von der gemeinsamen Strategie ab. Sie haben unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Sie definieren eigenständige Partnerbereiche.
  • Sie definieren eine Gremienstruktur, in der die Partner gemeinschaftlich oder alleine entscheiden.
  • Sie definieren Teamstrukturen oder etablieren eine zweite Führungsebene und Geschäftsverteilung unter den Partnern (beispielsweise bei Unternehmen mit mehreren Geschäftsführern).

Tipp: Wenn Sie keine feste Partnerschaft eingehen, aber trotzdem Ihren Mandanten zusätzliche Dienstleistungen anbieten wollen, könnten Kooperationen mit z. B. Rechtsanwälten oder Wirtschaftsprüfern eine Alternative sein.

Fazit

Mit Partnerschaften können Sie Synergien nutzen und Ihre unterschiedlichen Wissensbereiche komplementieren. Dabei kommt es u.a . auf Ihre Situation an und wo Sie Ihre Kanzlei in der Zukunft platzieren möchten. Nutzen Sie Partnerschaften als Entwicklungsfaktor.

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