BilRUG

Umsetzung

Die Zuordnungstabellen und alle notwendigen Anpassungen in den DATEV-Programmen wurden bereits im Jahr 2016 zur Verfügung gestellt. Die Auslieferung der Dokumentenvorlagen für den Erstellungs- und Prüfungsbericht in den Bilanzberichts- und Abschlussprüfungs-Programmen erfolgt mit der DATEV-Programm-DVD 10.1 im Januar 2017.

Größenklassenänderungen

Das Tool Rechnungslegungspflicht wurde um eine Prüfung auf die neuen Größenklassen nach BilRUG erweitert. Sie erhalten damit eine Liste Ihrer Mandanten je Größenklasse. Ebenso wird der Offenlegungsassistent entsprechend angepasst.

BilRUG-Umstellungshilfe

Das in Zusammenarbeit mit Berufsträgern entstandene Arbeitspapier BilRUG - Arbeitshilfe zur BilRUG-Umstellung unterstützt Sie Posten für Posten dabei, die Bilanzierungsvorschriften aus dem HGB neue Fassung sicher umzusetzen. Verfügbar ab der Programmversion 10.64 (seit 25.11.2016) in den Programmen DATEV Abschlussprüfung compact/classic/comfort und DATEV Bilanzbericht comfort.

Voraussetzung: Zuordnungstabelle mit den BilRUG-Anpassungen ab Versionsnummer 161 verwenden

Für die Erstellung eines BilRUG-konformen Jahresabschlusses ist die Hinterlegung einer Zuordnungstabelle für 2016 in den Stammdaten zwingend erforderlich. Sie erkennen die Versionsnummer an den letzten drei Ziffern, z. B. S50040000164. Der Ausweis des Vorjahres erfolgt analog der Gliederung des aktuellen Wirtschaftsjahres, d. h. die Vorjahreswerte sind bereits an BilRUG angepasst (§ 265 (2) Satz 3 HGB).

Eine Übersicht aller Änderungen im Kontenrahmen und der Änderungen in den Zuordnungstabellen finden Sie im Folgenden:

Änderungen in der Bilanz

Nach §268 (5) Satz 1 HGB sind bei den Verbindlichkeiten die Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr anzugeben.

Hinweis: In der E-Bilanz-Taxonomie erfolgt die Anpassung der Posten an BilRUG mit der Taxonomie 6.0, welche im Sommer 2017 zur Verfügung steht.

Änderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung

Durch die neue Definition der Umsatzerlöse und dem Wegfall der außerordentlichen Posten ergeben sich Verschiebungen von Konten in andere Positionen, Löschungen von bestehenden Konten bzw. die Einführung neuer Konten.

Neue Kennzahlen

Die Ausweitung der handelsrechtlichen Umsatzerlösdefinition sowie der Wegfall des außerordentlichen Ergebnisses in der GuV wirken sich auch auf die Ermittlung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen aus. In DATEV-Kanzlei-Rechnungswesen, wie auch in den DATEV-Programmen Bilanzbericht / Abschlussprüfung und Wirtschaftsberatung / Unternehmensanalyse stehen ab dem Buchungsjahr 2016 daher neue bzw. modernisierte Kennzahlen auf Basis von Bilanzposten zur Verfügung.

Die neuen Kennzahlen werden nur in den Zuordnungstabellen (S40xx/S41xx/S42xx/S50xx/ S51xx/S54xx/S56xx/S57xx/S70xx/S75xx) ab der Versionsnummer 161 angeboten.

Angaben im Anhang

DATEV Bilanzbericht / DATEV Abschlussprüfung

Der Anhang hat durch zahlreiche neue und geänderte Pflichtangaben deutlich an Bedeutung gewonnen. So muss z.B. der Anlagenspiegel mit bis zu 13 Spalten nun (ab Größenklasse mittel) zwingend im Anhang enthalten sein (Aufstellung und Offenlegung). Der Anhang 2016 sollte aufgrund der zahlreichen gesetzlichen Änderungen durch BilRUG nicht auf Basis des Anhangs 2015 bearbeitet, sondern neu angelegt werden. Nur so lassen sich Haftungsrisiken ausschließen. Dazu steht Ihnen seit der DATEV Programm-DVD 10.0 in den Programmen DATEV Bilanzbericht und DATEV Abschlussprüfung eine neue Dokumentvorlage "Anhang" zur Verfügung, die für Wirtschaftsjahre ab 2016 genutzt werden muss.

Anhangerstellung in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen

Setzen Sie weder die DATEV-Programme Bilanzbericht noch Abschlussprüfung ein, unterstützt Sie Kanzlei-Rechnungswesen dabei, ab der DATEV-Programm-DVD 10.1 mit der neuen Funktion Anhangerstellung assistentenunterstützt Ihren Anhang BilRUG-konform und rechtssicher für Wirtschaftsjahre ab 2016 anzufertigen.

Änderungen im Anlagenspiegel

Für die in den Herstellungskosten aktivierten Zinsen für Fremdkapital wird ein neues Konto mit Anlagenspiegelfunktion eingeführt, das in diesem Fall entsprechend gebucht werden muss. Der Anlagenspiegel wird um die Spalte "davon FK-Zinsen" erweitert, um diese Werte gesondert auszuweisen. Die Änderungen stehen sowohl in Kanzlei-Rechnungswesen als auch in der Anlagenbuchführung zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass der Anlagenspiegel durch BilRUG ab Größenklasse mittel zwingend im Anhang anzugeben ist.

Zusätzliche Angaben zum Jahresabschluss

Um die geforderten weiteren Angaben zum Jahresabschluss (u.a. Firma, Sitz, Registergericht, Registergerichtsnummer) zu erfüllen, steht ein weiterer Abschlussbestandteil "Angaben Registergericht" in Kanzlei-Rechnungswesen zur Verfügung. Auch in den Programmen der Abschlussprüfung/Bilanzbericht stehen diese Angaben zur Verfügung.

Angaben im Erstellungsbericht

Mit der DATEV-Programm-DVD 10.1 werden in Bilanzbericht und Abschlussprüfung alle gesetzlichen Vorschriften nach BilRUG im Programm und in den Standard-Dokumentvorlagen für Erstellungsberichte nach den Verlautbarungen der BStBK 4/2010 und nach IDW S7 umgesetzt. Die Änderungen betreffen im Hauptbericht die Merkmale zur Größenklasse, den Abschnitt "Fortsetzung Wirtschaftliche Verhältnisse" mit den Standard-Kalkulationstabellen, Forderungsspiegel, Verbindlichkeitenspiegel, Ertragslage sowie rechnende Textbausteine unterhalb der Ertragslage, Kennzahlen und Standardgrafiken.

Aufgrund dieser weitreichenden Änderungen empfehlen wir für Erstellungsberichte 2016 eine Neuanlage auf Basis unserer neuen Standard-Dokumentvorlagen oder auf Basis einer bereits an BilRUG angepassten Kanzlei-Dokumentvorlage.

Angaben im Prüfungsbericht

Mit der DATEV-Programm-DVD 10.1 werden alle gesetzlichen Vorschriften nach BilRUG in der Standard-Dokumentvorlage Prüfungsbericht IDW PS 450 umgesetzt. Die Änderungen betreffen in der Ertragslage das Strukturelement zur GuV, in der Finanzlage die Kapitalflussrechnung nach DRS 21 sowie den Bestätigungsvermerk und mehrere Textbausteine. Aufgrund dieser Änderungen empfehlen wir für Prüfungsberichte 2016 eine Neuanlage auf Basis unserer neuen Standard-Dokumentvorlage oder auf Basis einer bereits an BilRUG angepassten Kanzlei-Dokumentvorlage.

Überarbeitung von Kanzlei-Dokumentenvorlagen

Falls Sie Kanzlei-Dokumentvorlagen für Erstellungs- oder Prüfungsberichte einsetzen, ist eine Überarbeitung bezüglich BilRUG vor dem Beginn der Abschlusssaison 2016 bzw. vor der Prüfungssaison 2016 zwingend notwendig, um gesetzeskonforme Erstellungs- und Prüfungsberichte zu ermöglichen. Ihre Kanzlei-Dokumentvorlagen können Sie ab Januar 2017 – nach der Installation der DATEV-Programm-DVD 10.1 – an BilRUG anpassen.

Unterstützung bei der Anpassung Ihrer Kanzlei-Dokumentvorlagen für Erstellungsberichte an BilRUG finden Sie im folgenden Info-DB Dokument:

Jahresübernahme von Erstellungsberichten, Anhängen und Prüfungsberichten auf 2016

Wir raten Ihnen grundsätzlich davon ab, Jahresübernahmen ins Jahr 2016 durchzuführen, da BilRUG zahlreiche Auswirkungen auf Erstellungsbericht, Anhang und Prüfungsbericht nach sich zieht. Wir empfehlen Ihnen stattdessen, für Erstellungsberichte, Anhänge und Prüfungsberichte im Wirtschaftsjahr 2016 mit Neuanlagen zu arbeiten - entweder auf Basis unserer Standard-Dokumentvorlagen oder auf Basis der von Ihnen oder unserem Außendienst einmalig an BilRUG angepassten Kanzlei-Dokumentvorlagen.

Einführung von Kleinst-Genossenschaften

Die Hinterlegung des Jahresabschlusses von Kleinst-Genossenschaften mit dem Offenlegungsassistenten ist jetzt mit der neuen Zuordnungstabelle S47xx möglich. Außerdem steht bei Verzicht auf einen Anhang in Kanzlei-Rechnungswesen auch ein weiterer Abschlussbestandteil "Angaben MicroGenossenschaften" zur Verfügung, um die Angaben unter der Bilanz analog zu Kleinstkapitalgesellschaften (und Kleinstkapitalgesellschaften & Co.) auszuweisen.

Vorzeitige Anwendung der neuen Größenklassen nach BilRUG

Nach BilRUG dürfen die neuen Vorschriften zu den Größenklassen (§§ 267, 267a Abs. 1, 277 Abs. 1 sowie 293 HGB) bereits für Jahresabschlüsse, die nach dem 31.12.2013 beginnen, angewendet werden. Dabei ist zu beachten, dass die Umsatzerlöse nach der neuen Definition (siehe § 277 Abs. 1 HGB) berechnet und ausgewiesen werden müssen. Eine Anleitung, wie Sie dies in Kanzlei-Rechnungswesen darstellen können finden sie hier:

Noch Fragen?

Fragen zum Thema Umsetzung beantwortet Ihnen gerne ein DATEV-Mitarbeiter.

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