Gesetz zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften

In der 942. Sitzung des Bundesrates am 26.02.2016 hat der Bundesrat, die vom Bundestag am 18.02.2016 verabschiedeten Gesetzentwurf zur Änderung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung der handelsrechtlichen Vorschriften bestätigt.

Die Änderungen der handelsrechtlichen Vorschriften betreffen die Abzinsung der Pensionsrückstellungen. Aufgrund des längerfristig niedrigen Zinsniveaus sinkt der Abzinsungssatz seit einigen Jahren. Um den Effekt der dadurch steigenden Pensionsrückstellungen abzumildern, wird der Zeitraum für die Berechnung des Durchschnittszinssatzes von 7 auf 10 Jahre verlängert.

Überblick über die wichtigsten Änderungen

  • Abzinsung der Rückstellung für Altersversorgungsverpflichtungen mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Jahre (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB) bisher 7 Jahre
  • § 253 Abs. 6 HGB (neu):
    • In jedem Geschäftsjahr sind zwei Berechnungen durchzuführen
    • 1. die Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre und
    • 2. dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Jahre.
    • Der sich daraus ergebende Unterschiedsbetrag ist ausschüttungsgesperrt und im Anhang oder unter der Bilanz (Kleinstkapitalgesellschaften, Kaufleute, auf die §§ 264 ff HGB nicht anzuwenden sind) anzugeben.

Geltungszeitpunkt

  • Verpflichtend für Jahresabschlüsse deren Geschäftsjahr nach dem 31. Dezember 2015 endet (Wirtschaftsjahr 2016)
  • Freiwillige Anwendung für Jahresabschlüsse deren Geschäftsjahr nach dem 31. Dezember 2014 beginnt und vor dem 1. Januar 2016 endet (Wirtschaftsjahr 2015)

Mandantenansprache

Welche Ihrer Mandanten von der Änderung der Abzinsung der Pensionsrückstellungen betroffen sein können, finden Sie mithilfe des DATEV Daten-Analyse-System pro heraus.

Nutzen Sie dazu im DATEV Daten-Analyse-System pro die Standardauswertung „Höhe der Pensionsrückstellungen“ (im Ordner „Rechnungswesen und Jahresabschluss“).

Die Auswertung zeigt Ihnen für alle Mandanten die Höhe der in Kanzlei-Rechnungswesen pro gebuchten Pensionsrückstellungen an.

Diese Mandanten können Sie mit einem Serienbrief anschreiben und über die geänderte Rechtslage informieren.

Laden Sie folgende Textvorlage herunter und importieren Sie diese in die Vorlagenverwaltung:

Importieren Sie die Vorlage (z.B. per Drag & Drop) in die Vorlagenverwaltung in den Ordner Daten-Analyse-System pro. Weitere Informationen zum Import in die Vorlagenverwaltung finden Sie in der Info-Datenbank im Dokument Arbeiten mit Schriftguterstellung und Vorlagenverwaltung in den Kapiteln 2.2.2 und 2.2.3.

Umsetzung

Die folgenden Anpassungen in den DATEV-Programmen wurden mit der Programm-DVD 10.0 Ende August ausgeliefert.

  • Kontenrahmen
    • Einführung von zwei neuen Kontenzwecken für das Wirtschaftsjahr 2015
    • Einführung von zwei neuen Kontenzwecken und Konten für SKR03/04 ab 2016
  • Zuordnungstabellen
    • Anpassung der HGB-Zuordnungstabellen für 2015 und 2016
  • Weitere Information finden Sie auf der Info-Datenbank im Dokument
    Geänderte Standardzuordnungstabellen in Kanzlei-Rechnungswesen pro ab Version 5.13 unter
    • 3.1 Neuer Posten aufgrund der Änderung bei der Abzinsung von Pensionsrücksstellungen im HGB
  • Erweiterung der Auswertung Ausschüttungssperre im Tool latente Steuern
    • Anpassung des Anhangs in den Abschlussprüfungs-Programmen
    • Anpassung der Vorlage weiterer Abschlussbestandteil Angaben für MicroBilG und MicroGenosssenschaft in Kanzlei-Rechnungswesen

Noch Fragen?

Fragen zum Thema Gesetz zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften beantwortet Ihnen gerne ein DATEV-Mitarbeiter.

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