Sozialkassenverfahren

Hier finden Sie alles, was Sie zum Sozialkassenverfahren wissen müssen sowie Tipps und Hintergrundinfos zur Anmeldung, zu den Beiträgen, zur Winterbauumlage und zum elektronischen Meldeverfahren.

Sozialkassenverfahren

Alle Arbeitgeber in bestimmten Wirtschaftszweigen sind verpflichtet, an Sozialkassen-Verfahren teilzunehmen.

Sozialkassen sind gemeinsame Einrichtungen von Tarifvertragsparteien, die auf allgemeinverbindlichen Tarifverträgen beruhen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer dieser Wirtschaftszweige erhalten die nach den Sozialkassen-Tarifverträgen vorgesehen Leistungen; die Arbeitgeber haben außerdem die festgesetzten Beiträge abzuführen.

Unternehmen, die in einem sozialkassenpflichtigen Wirtschaftszweig tätig sind, wird dringend empfohlen, sich mit der zuständigen Einzugsstelle in Verbindung zu setzen.

Quelle: Merkblatt über Beitragsverpflichtungen zu tariflichen Sozialkassen

Zuordnung eines Betriebes zum Baugewerbe

Jede Sozialkasse handhabt die Zuordnung etwas anders. Meistens ist es nötig, einen Fragebogen auszufüllen, den man von der Sozialkasse erhält.

Folgende Informationen über einen Betrieb sollten Ihnen vorliegen:

  • die Betriebsanschrift mit Betriebsnamen
  • eine Auflistung über die ausgeführten Betriebstätigkeiten
  • Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband
  • Informationen über angestellte Mitarbeiter
  • Einteilung in Gewerbliche, Angestellte und Auszubildende,
  • das zuständige Handelsgericht und - falls vorhanden - HRA oder HRB-Nummer

Anmeldung bei der Sozialkasse am Beispiel des Bauhauptgewerbes und SOKA-BAU

Ein Betrieb ist dann berechtigt und verpflichtet, an den Sozialkassenverfahren der Bauwirtschaft teilzunehmen, wenn dieser arbeitszeitlich gesehen überwiegend oder ausschließlich bauliche Leistungen im Sinne der für allgemeinverbindlich erklärten Bau-Tarifverträge ausführt.

Ausschlaggebend für die Beurteilung der Beitragspflicht sind die tatsächlich von einem Unternehmen ausgeübten Tätigkeiten - gemessen an der betrieblichen Gesamtarbeitszeit. Wirtschaftliche Gesichtspunkte wie Umsatz und Verdienst oder gewerberechtliche Kriterien sind nicht maßgeblich.

Jedes Unternehmen ist aufgrund seiner Individualität gesondert zu beurteilen; eine pauschale Aussage und Zuordnung ist daher nicht möglich.

SOKA-BAU klärt mit Ihnen gemeinsam, ob Ihr Betrieb die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt oder nicht. Hier erhalten Sie natürlich auch Informationen über die Sozialkassenverfahren der Bauwirtschaft (z.B. Beitragsmeldungen- und Erstattungen, Leistungen, Datenübermittlung etc.). Die Entscheidung, ob eine Teilnahme an den Sozialkassenverfahren der Bauwirtschaft zu erfolgen hat, trifft SOKA-BAU. Eine verbindliche Beurteilung des Sachverhalts kann nicht durch andere Institutionen wie IHK oder Handwerkskammer erfolgen.

Den Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV) inkl. Beispielkatalog zu den Tätigkeiten finden Sie hier:

Zusatzversorgungsbeitrag und Sozialkassenbeitrag

Betriebe im Baugewerbe sind zum Sozialkassenverfahren verpflichtet. Zur Finanzierung der im Tarifvertrag vereinbarten Leistungen wird ein Gesamtbeitrag aus der Brutto-Lohnsumme aller in einem Betrieb beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer verwendet, den der Arbeitgeber zu tragen und an die Sozialkassen abzuführen hat.

Was sich hinter der Brutto-Lohnsumme verbirgt und was im Detail in jedem Gewerbe an die Sozialkasse gemeldet werden muss, ist für Sie im Elektronischen Wissen Lohn und Personal in folgenden Dokumenten bereitgestellt. Zum Öffnen der Links ist eine DATEV SmartCard erforderlich.

* Sie finden die Dokumente auch im Elektronischen Wissen im "ABC-Themenlexikon" unter dem Stichwort "Zusatzversorgungsbeitrag" beim jeweiligen Gewerbe.

Winterbeschäftigungsumlage

Arbeitgeber des Baugewerbes haben eine Winterbeschäftigungsumlage zu entrichten, wenn sie und die Arbeitnehmer Anspruch auf ergänzende Leistungen haben: wie das Mehraufwandswintergeld, Zuschuss-Wintergeld und Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Saison-Kurzarbeitergeld. Sie dient dazu, Arbeitsplätze in der Schlechtwetterzeit zu erhalten.

Mit der Winterbeschäftigungsverordnung werden auch Arbeitnehmer im Baunebengewerbe zur Umlage herangezogen. Arbeitnehmer im Dachdeckerhandwerk müssen 0,8 % des Brutto-Arbeitslohns als Umlage zahlen.

Im Garten- und Landschaftsbau wird bei Arbeitnehmern ebenfalls eine Umlage von 0,8 % erhoben, sofern der Betrieb überwiegend (d. h. mehr als 50 %) bauliche Tätigkeiten verrichtet. Im Gerüstbauerhandwerk wird weiterhin nur der Arbeitgeber zu der Umlage herangezogen.

Betriebe des Maler- und Lackiererhandwerks erfüllen nicht die Voraussetzungen zum Bezug von Saison-Kurzarbeitergeld und ergänzende Leistungen nach §§ 175/175a SGB III. Es ist daher keine Winterbeschäftigungsumlage gemäß Winterbeschäftigungsverordnung an die Urlaubskasse abzuführen.

Aus Vereinfachungsgründen sind die jeweiligen Sozialkassen zum Einzug der Winterbeschäftigungsumlage berechtigt, die sie anschließend an die Bundesagentur für Arbeit weiterleiten.

Details zum Thema finden Sie im Elektronischen Wissen Lohn und Personal in folgenden Dokumenten. Zum Öffnen der Links ist eine DATEV SmartCard erforderlich.

* Sie finden die Dokumente auch im Elektronischen Wissen im "ABC-Themenlexikon" unter dem Stichwort "Winterbeschäftigungs-Umlage" beim jeweiligen Gewerbe.

Meldeverfahren und Datenübermittlung

Im Rahmen des Sozialkassenverfahrens können Betriebe zur Datenübermittlung an die Sozialkassen am elektronischen Meldeverfahren teilnehmen.

Dafür müssen bestimmte Auswertungen angelegt sein, die Schlüsselung des Mandanten auf das jeweilige Gewerbe vorgenommen sein und der Arbeitnehmer muss einer Baubranche zugeordnet sein.

Welche weiteren Angaben nötig sind - z. B. in den Lohnarten - können Sie im Elektronischen Wissen Lohn und Personal in folgenden Dokumenten nachlesen. Zum Öffnen der Links ist eine DATEV SmartCard erforderlich.

* Sie finden die Dokumente auch im Elektronischen Wissen im "ABC-Themenlexikon" unter dem Stichwort "elektronisches Meldeverfahren" beim jeweiligen Gewerbe.

Aktuelle Informationen im Baugewerbe

Stets aktuelle Informationen zu den Neuerungen im Baulohn und die Umsetzung in den DATEV-Lohnprogrammen finden Sie in der Info-Datenbank im Dokument:

Noch Fragen?

Fragen zum Thema Sozialkassenverfahren beantwortet Ihnen gerne ein DATEV-Mitarbeiter.

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