Änderungen im Lohnsteuerabzugsverfahren 2016

Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags

Mit diesem Gesetz werden der steuerliche Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag für die Jahre 2015 und 2016 angehoben. Der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende wurde im Jahr 2015 angehoben. Zur Förderung der Familien, bei denen sich der Kinderfreibetrag nicht auswirkt, wird das Kindergeld in gleichem Verhältnis für 2015 und 2016 angehoben.

Grundfreibetrag jhrl.

2015 (aktuell): 8.354 Euro

2015 (neu): 8.472 Euro

2016: 8.652 Euro

Kinderfreibetrag jhrl.

2015 (aktuell): 7.008 Euro

2015 (neu): 7.152 Euro

2016: 7.248 Euro

Kindergeld für 1. und 2. Kind mtl.

2015 (aktuell): 184 Euro

2015 (neu): 188 Euro

2016: 190 Euro

Kindergeld für 3. Kind mtl.

2015 (aktuell): 190 Euro

2015 (neu): 194 Euro

2016: 196 Euro

Kindergeld ab 4. Kind mtl.

2015 (aktuell): 215 Euro

2015 (neu): 219 Euro

2016: 221 Euro

Entlastungs-betrag für Allein-erziehende jhrl.

2015 (aktuell): 1.308 Euro

2015 (neu): 1.908 Euro, ab dem 2. Kind zusätzlich 240 Euro je Kind

2016: -

In den DATEV-Lohnprogrammen wird der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende als Freibetrag zur Steuerklasse II umgesetzt.

Das bedeutet, dass einige Arbeitnehmer im Dezember einen höheren Auszahlungsbetrag haben können, sofern sie von den Erhöhungen der Freibeträge betroffen sind.

Einführung des Korrektur- und Stornierungsverfahren (§ 41c Abs. 3 EstG)

Mit der Lohnsteuerbescheinigung 2016 wird das Korrektur- und Stornierungsverfahren eingeführt. Dieses neue Verfahren gilt ausschließlich für Lohnsteuerbescheinigungen, die im Jahr 2016 ausgegeben werden, Lohnsteuerbescheinigungen, für das Jahr 2015, sind davon nicht betroffen.

Folgende Grundsätze gelten mit dem neuen Verfahren:

Ändern sich festgelegte Ordnungsmerkmale rückwirkend, z.B. Steuernummer des Arbeitgebers oder e-TIN/Steuer-ID des Arbeitnehmers, ist eine Stornierung abzugeben. Korrekturmeldungen müssen dann abgegeben werden, wenn sich Bescheinigungsdaten rückwirkend ändern.

Hinweis: Die neuen Verfahren werden in den DATEV-Lohnprogrammen automatisch umgesetzt und Sie erhalten weiterhin lediglich eine Lohnsteuerbescheinigung.

Bürokratieentlastungsgesetz: Änderungen und Auswirkungen auf das Einkommensteuergesetz

Bisher war der Faktor in Verbindung mit der Steuerklasse IV nur ein Jahr gültig. Zukünftig ist dieser Faktor für bis zu zwei Kalenderjahre gültig (§39f EStG).

Zudem können Ehegatten/Lebenspartner eine Änderung des Faktors beantragen, wenn sich die für die Ermittlung des Faktors maßgeblichen Jahresarbeitslöhne ändern.

Offen ist derzeit noch, ab wann dies erstmalig angewendet werden kann. Der Veranlagungszeitraum wird vom BMF in einem separaten Schreiben verkündet.

Zudem wird die Grenze für die Pauschalversteuerung für kurzfristig beschäftigte Arbeitnehmer von bisher 62,00 Euro auf 68,00 Euro je Arbeitstag erhöht. Hintergrund ist die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 01.01.2015 (8,50 Euro x 8 Arbeitsstunden = 68,00 Euro). Die Änderung gilt rückwirkend zum 01.01.2015.

Darüber hinaus hat das BMF in einem Schreiben vom 21.05.2015 die erstmalige Anwendung der zweijährigen Gültigkeit von Freibeträgen im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren verkündet.

Das heißt, dass Arbeitnehmer ab dem 1.10.2015 die Bildung eines Freibetrags nach §39aEStG bei dem Wohnsitzfinanzamt beantragen können. Diese Freibeträge haben eine Gültigkeit von höchstens 2 Kalenderjahren und gelten ab dem 01.01.2016.

Noch Fragen?

Fragen zu Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags beantwortet Ihnen gerne ein DATEV-Mitarbeiter.

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